Freitag, 29. April 2016

#17 Sport sucht Potential

Nachdem ich letztens bereits ein wenig über meinen früheren Sport-/Lauf-/Bewegungszwang geschrieben habe, möchte ich jetzt nochmal etwas näher darauf eingehen wie ich den Sportzwang abgelegt (oder immerhin positiv verändert) habe und wie es dazu gekommen ist, dass ich heute als Fitnesstrainerin arbeite.

Quelle: Facebook/FitnessBlender
 Angefangen hat alles mit einer verlorenen Wette vor zwei Jahren, die mich dazu zwang einen Zumbakurs zu besuchen. Zumba und jeglicher Tanzsport standen zu dieser Zeit in meiner "Vergiss es, dafür bist du zu fett"-Liste fast ganz oben, nur Schwimmen war noch übergeordnet.
Ich begab mich also maximal unmotiviert in den Kurs, stand in der hintersten Ecke des Raumes und 60 Minuten später hatte meine Frustrationsskala den Wert 11/10 erreicht. Ich bewegte mich so anmutig wie ein adipöser Schmetterling. 
In diesem Moment wunderte es mich auch nicht mehr, dass mich meine ehemalige Sportlehrerin mit einem Pferd verglichen hatte. Ich gab ihr spätestens jetzt recht. Selbst eine hüftoperierte Seniorin wäre weniger steif gewesen als ich.

Man könnte jetzt denken, dass ich nie wieder einen Fuß in einen Zumbakurs setzte. 
FALSCH. Ich war so frustriert über mein Nicht-Können, dass ich von da an zweimal wöchtentlich den Kurs besuchte. Schneller als gedacht wurde ich besser. 
Und zu meiner Überraschung fing ich bald an mich wirklich auf den Kurs zu freuen. Zum ersten Mal in meinem Leben freute ich mich darauf Sport zu machen.
Das Tanzen half mir enorm, um mich in meinem Körper langsam wieder wohler zu fühlen. Fast jeden Abend übte ich zuhause vor dem Spiegel.

Ein halbes Jahr später machte ich meine Ausbildung zum Zumba-Trainer
Kurz danach zog ich in eine andere Stadt und fand einen Verein, in dem ich meinen ersten eigenen Zumbakurs ins Leben rief. 
Nach und nach kamen weitere Kurse dazu, ich knüpfte Kontakte mit verschiedenen Fitnessstudios und neben Zumba gab ich bald auch diverse Kräftigungskurse.
Inzwischen bin ich seit über zwei Jahren dabei und ich liebe den Job über alles. Ich muss mich nicht mehr zwingen Sport zu treiben, denn ich mache es gern, habe Freude daran mich zu bewegen. Genau das versuche ich auch meinen Teilnehmern mitzugeben.
Trotz aller Sportliebe lebe ich jetzt nicht in einer "Friede, Freude, Fitnesslifestyle" - Welt. So sehr mir das Tanzen auch geholfen hat mein Körpergefühl zu verbessern, die Essstörung ist immer noch da. Und der Zwang täglich Sport zu treiben auch. Zwar mache ich inzwischen gern Sport und ich renne nicht mehr mit Bronchitis durch den Wald. Aber einfach mal ein paar Tage nicht zu trainieren, das ist nach wie vor undenkbar. 
Denn dann nehme ich schlagartig 5kg zu und baue jegliche Muskulatur ab.
 
Inzwischen mache ich neben dem Studium eine Ausbildung zum lizenzierten Fitnesstrainer, um neben dem Kursbereich auch im Studio als Flächentrainerin arbeiten zu können. 
Konkret heißt das: weniger Kurse, weniger Sport, mehr Gewichtszunahmepanik.
Aber es heißt auch, dass ich meiner Essstörung wieder ein Stückchen mehr die Stirn biete.

Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende! :)


 
 

1 Kommentar:

  1. Klar, ist mir das bewusst. Aber das Problem ist eben, wenn ich dann paar tage 1200-1400 kalorien esse (eher bis zu 1600), habe ich ständig hunger. also egal ob ich esse oder nicht, ich müsste dann ständig essen, und das nervt mich, weil mir die kalorien in dem Fall nicht ausreichen und ich es nach 3 tagen nicht aushalte und wieder fresse. So nach dem Motto ganz oder garnicht :s

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