Jetzt, wo ich bald 21 werde, habe ich irgendwie ganz stark das Gefühl, dass meine Jugend endgültig vorbei ist. Ist sie ja auch.
Noch mehr habe ich das Gefühl, dass ich die besten Jahre verpasst und trotzdem nicht genug daraus gelernt habe, um zumindest meine 20er zu genießen.
Um das Gefühl also noch so richtig zu verstärken habe ich mich dann gestern durch alte Fotos geklickt.
Kennt ihr das? Man schaut Bilder an und weiß noch ganz genau wie man sich zu diesem Zeitpunkt, auf diesem Bild gefühlt hat. Ich bin dann richtig wieder in dem Gefühl drin.
Ein Beispiel:
Skiurlaub 2012 - Ich sitze grinsend und rotwangig vor einem riesigen Teller Nudeln mit Wiener-Würstchen-Soße, neben mir meine quasi-Halb-Schwester und ich lächle automatisch als ich das Bild sehe, denn ich weiß noch wie viel Spaß wir hatten und wie oft wir Tränen gelacht haben.
Skiurlaub 2013 - Ich sitze ausdruckslos, dafür um einiges dünner, vor einem Glas Tee. Und ich weiß wieder genau wie wenig Freude ich in diesem Jahr und in den Darauffolgenden am Ski fahren hatte, weil ich viel zu beschäftigt war mit hungern und frieren. Ich kann den Hunger und die Kälte förmlich spüren.
Eigentlich würde es an dieser Stelle echt gut passen die entsprechenden Bilder einzufügen. Problem: auf dem Nudelbild bin ich zu fett und auf dem Teebild zu unglücklich. Deshalb ein paar andere Fotos, über die ich gestern gestolpert bin und bei denen ich aufgrund meiner Erkennungs-Paranoia zumindest das Gesicht wegschneiden konnte, ohne dass der Inhalt des Bildes komplett verloren geht. Nebenbei ist das irgendwie durch Zufall ein kleiner Mini-Abriss meiner Essstörungs-Story geworden :-)
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| Sommer 2010 - Urlaub in Hamburg, Frühstück bei Starbucks | , heute undenkbar. |
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| Herbst 2010 - in den USA, damals war ich noch schlank UND | essstörungsfrei. |
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| Ostern 2012 - Ihr seht, ich war nicht mehr so superdünn wie zuvor, | aber hatte auch keinen Grund abzunehmen. |
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| Juni 2013 - Essstörungshochphase. Hauptmahlzeit des Tages: | Algen | salat. |
Ich lache auf keinem einzigen Bild von diesem Tag.
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| September 2013 - Ich fange langsam wieder an mir und meinem | Körper mehr zu erlauben. |
Ab Herbst 2013 war ich etwa ein Jahr essstörungsfrei. Bis zum ersten Rückfall im Sommer 2014.
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| Frühjahr 2016 - Ich esse. Zu wenig, zu viel, | normal ist schwer, aber ich kämpfe weiter :) |






Hallo :) oh der Eintrag könnte von mir kommen.. Werde am Samstag 21 und denke mir auch immer, dass ich so viel verpasst habe.. Und jaa kenne das alles was du da beschreibst. man hat noch sooo viel zeit um vieles zu erleben, wir haben die besten Jahre noch vor uns!!:) nur weil wir nicht mehr jung sind heißt es nicht, dass wir sooo vieles verpasst haben :) wir werden noch viele tolle Dinge erleben! :)
AntwortenLöschenAch ja, auch wenn man nicht viel von dir sieht bzw. Von deinem gesicht auf den Bildern wirkst du sehr sehr hübsch!!:)
Alles liebe <3
Hallo :) oh der Eintrag könnte von mir kommen.. Werde am Samstag 21 und denke mir auch immer, dass ich so viel verpasst habe.. Und jaa kenne das alles was du da beschreibst. man hat noch sooo viel zeit um vieles zu erleben, wir haben die besten Jahre noch vor uns!!:) nur weil wir nicht mehr jung sind heißt es nicht, dass wir sooo vieles verpasst haben :) wir werden noch viele tolle Dinge erleben! :)
AntwortenLöschenAch ja, auch wenn man nicht viel von dir sieht bzw. Von deinem gesicht auf den Bildern wirkst du sehr sehr hübsch!!:)
Alles liebe <3
Liebe Mina,
AntwortenLöschenIch will dir ein bisschen Mut zusprechen und Lebenserfahrung teilen. Mit 21 fängt dein Leben erst an. Wir leben nicht mehr in der Generation unserer Eltern, die (betrachtet man den statistischen Durchschnitt) mit 20 angefangen haben Familien zu gründen und sesshaft zu werden. Was definiert die "besten Jahre"? Meines Erachtens ist das die Zeit, wenn man im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte sein Leben eigenbestimmt leben kann. Und da man meiner Meinung nach bis ca. 20 beschäftigt ist, die Nachwehen der Pubertät, die Beendigung seiner Schulzeit und die Sinnsuche im Leben zu verarbeiten, fing das Leben für mich in der Retrospektive erst mit Mitte 20 richtig ab. Ich hatte aus allem gelernt, wurde freier und konnte da erst (sorry für den Ausdruck) erst richtig auf die Kacke haun. Das schützt einen leider nicht vor so Sachen wie einer Esstörung und Problemen (sonst wäre ich ja nicht hier gelandet) aber mit dem Alter kommt eine Distanz, die heilsam ist.
Ich bin 32 und kann nur sagen: alt werden ist nicht so schlimm wie alle sagen. Manchmal ist es sogar ziemlich gut.
Lg
Dina
Liebe Dina,
AntwortenLöschenich danke dir für deine aufbauenden Worte! Das beruhigt nicht wirklich ein bisschen. Ich glaube ich habe nicht so viel Angst vor dem alt werden ansich, sondern davor, dass ich mich eben immer weiter mit dem ganzen Essstörungsmist beeinträchtige. Darf ich fragen was für eine Essstörung du hast und seit wann du damit/dagegen kämpfst?
Ganz liebe Grüße :-)
*mich anstatt nicht bei dem beruhigen :-) Autokorrektur.
AntwortenLöschenLiebe Mina,
AntwortenLöschenerstmal danke für deine Tipps und deine Zusprechung! Tatsächlich ist es alles wieder ins Wanken geraten....Siehe heutigen Post. Würd sonst den Kommentar sprengen :D
Tiefenbrunn, in Göttingen. Die Klinik am Chiemsee hab ich mir auch angesehen, da lag der Fokus aber zu sehr auf Essstörung, das hab ich irgendwie nicht ausgehalten. Auch wenn es wahrscheinlich das Beste wäre?!
Ich kenne das so so gut. Mit den Fotos. Es zerbricht mir teils das Herz. Den Schmerz zu spüren, wie schlimm es damals war. Oder aber diesen Schmerz der Sehnsucht, weil ich da wieder hin will. Fotos lösen so vieles in einem aus.
Ich finde es toll, dass du trotzdem ein paar Fotos gepostet hast :)
Und dieses Gefühl, man hat was verpasst, quasi sein eigenes Leben...Oh ja. Kann ein Liedchen davon singen. Hab immer das Gefühl die Zeit rennt mir davon und ich versäume mein Leben. Es ist quatsch. Man erlebt auch in solchen Zeiten sehr viel. Eben viel inneren Schmerz und Kampf und daran reift und wächst man.
Im Nachhinein sieht man eh alles Abschnittweise und es sind alles Punkte (Ereignisse, Phasen) auf einer Linie (Leben).
Hey Mina,
AntwortenLöschenIch verstehe was du meinst. In den Momenten, in denen man leidet, in denen man unter dem Einfluss der Essstörung lebt und handelt fühlt es sich so an, als hätte man eben keine selbstbestimmte Teilhabe am Leben. Teilweise ist das richtig, andererseits nimmt man aber auch oft das positive weniger stark wahr als das negative und der Fokus ist auf Fehlersuche verschoben. Die Challenge ist, genau das umzudrehen und die Wertigkeiten wieder zu verschieben. Girl named Ana hat das auch sehr gut geschrieben.
Meine Esstörung (restriktives Essverhalten, Orthorexie und Sportanorexie) hat atypischerweise erst vor vier Jahren angefangen. Ich hatte diverse Auslöser von Veränderungen im Leben, die von einem anderen Blickwinkel aus auch gar nicht schlimm aussahen, aber mich geschädigt haben. Ich habe erst jetzt eine Therapie angefangen, in der ich erkennen musste, dass ich ein traumatische Erlebnis in der Kindheit (sexuelle Belästigung) nie richtig verarbeitet und bagatellisiert habe und Schutzverhaltensmuster entwickelt habe, die die Esstörung begünstigt oder sogar ausgelöst haben. Tja und jetzt lerne ich, Muster zu erkennen und zu bekämpfen und mich von meiner Angst zu lösen. Und ich bin froh, dass es jetzt erst aufgetreten ist gerade weil ich älter bin und Distanz zu manchen Dingen habe und sehe, dass es erste Anzeichen für diese Krankheit schon in meinen 20ern gab.
Gib nicht auf. Es ist nicht zu spät!
Lg Dina
Liebe Dina,
Löschendas hört sich an, als ob du in deiner Therapie schon ganz gut vorangekommen bist! :) Zumindest klingt es bei dir so, als ob du die Essstörung schon ein ganzes Stück loslassen konntest und das, was dahintersteht, viel besser reflektieren kannst. Und da hast du sicher recht, dass das eben besser geht, wenn man etwas älter ist. Ich merke bei mir auch, dass ich mit 16,17 Jahren viel weniger die ganzen Zusammenhänge, aufrechterhaltenden Faktoren etc. gesehen habe als jetzt.
Und aufgeben ist sowieso keine Option!
Hast du eigentlich vor selbst einen Blog zu machen? :)
Liebe Grüße & hab noch einen sonnigen Tag!
Hi :)
AntwortenLöschenDanke für deinen Kommentar. Und das wusste ich gar nicht. :o Also ist es besser, wenn ich erst ein normales Warm-Up, dann ein Kraftworkout mache und dann hinterher erst ein Cardio-Workout + Cool-Down? :/
Ich hab jetzt gerade zum Beispiel ein Cardio Workout gemacht, in denen aber auch Butt/Thigh-Übungen mit drin waren, also zum Beispiel Lunges oder Squats. Das müsste doch auch gehen, oder? Ist auch von FitnessBlender gewesen :)
Alles Liebe,
Dalina. ♥