Von außen betrachtet bin ich alles.
Alles, was man von mir erwartet. Was Andere von mir erwarten. Was ich von mir erwarte.
Ich kann leere Worte in schöne Sätze packen und leere Sätze mit schönen Worten füllen.
Ich kann das Blaue vom Himmel lügen und dabei heller strahlen als die Sonne. Verstrahlend hell.
Verblendend hell.
So hell, dass niemand den Grund sehen kann.
Ich kann warme Worte über meine frostblauen Lippen bringen und Andere damit wärmen, ohne dass es auffällt wie sehr ich friere. Irgendwo in den Tiefen, die keiner sieht.
Manchmal frage ich mich, warum niemand versucht die glitzerhelle Oberfläche zu durchdringen und in die Tiefe zu tauchen. Bis zum Grund.
Und dann fällt mir ein, dass das gar nicht geht, weil ich niemanden die Oberfläche durchdringen lasse. Weil jeder ertrinkt, der es doch wagt.
Mein Oberflächeninhalt ist groß genug, um mich in ihm zu verlieren. Und er ist wandelbar genug, um in jede Erwartungshaltung hineinzupassen. Und in jede Fehlhaltung.
Fehlhaltungen führen irgendwann zu Haltungsschäden.
Dabei bin ich doch auch schon ohne Haltungsschaden haltlos genug.
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Heute mal ein bisschen Gedankenfetzenkram aus einem meiner nächtlichen Denkanfälle.
Wunderbar schöne Gedankenspielerein...
AntwortenLöschenOh und Traumgängerin. Ich kann deinen Blog auch nicht mehr lesen. Darf ich? Ich würd mich so freuen, wenn du mich einladen würdest!
LöschenWirklich wunderschön.
AntwortenLöschenErwartungshaltungen find ich schrecklich! Aber ich kenne das, ich bin die Anpassung in Perfektion. Eigentlich auch ein Talent, oder?