Montag, 16. Mai 2016

#25 Ernährungsberatung II - Lieber dünn als gesund?

Letztens hatte ich ja bereits kurz von meinem Termin bei der Ernährungsberaterin geschrieben. Am Freitag war ich das zweite Mal bei ihr, im Gepäck mein Ernährungstagebuch.
Mir fällt es total schwer "normal" zu essen, wenn ich weiß, dass jemand lesen wird was ich gegessen habe. Da kommt in mir sofort der Impuls hoch extra wenig zu essen oder einfach Sachen wegzulassen, weil ich fürchte ansonsten unglaublich gefräßig zu wirken.

Jedenfalls habe ich diesmal versucht diesen Impuls zu ignorieren, denn die Frau kann mir schließlich nur helfen, wenn ich so esse wie ich eben meistens esse. Und es hat auch einigermaßen geklappt, auch wenn ich vor Peinlichkeit an manchen Stellen fast gestorben bin, weil ich mir sososo verfressen vorkam.

Was kam nun dabei raus?
Ich esse zuviel Chemie und zu wenig eher gar keine gesunden Fette. Aktuell bin ich ja ein kleiner CinnyWinny-Proteinriegel-Addict, außerdem mache ich oft irgendwo, in Joghurts oder Shakes, Proteinpulver rein. Das kam nicht so toll & das soll ich reduzieren, stattdessen gesunde Fett einbauen. Klingt rein theoretisch gut.
Mein Problem ist jetzt: natürlich weiß ich, rein theoretisch, dass ich gesunde Fette brauche und dass Proteinriegel nicht so sonderlich gesund sind. Allerdings immer noch gesünder, als wenn ich echten Zucker in mich reinstopfe und ihn dann wieder loswerde. Oder? 
Ich bin verunsichert. Habe Angst, dass ich mich schlecht fühle, wenn ich die Fette erhöhe und dass das dazu führt, dass ich wieder mehr Rückfälle habe. Außerdem komme ich eben bisher auch gut ohne Öl&Co aus, mir fehlt geschmacklich nicht wirklich was, wenn ich es weglasse.
Wenn ich aber meinen Proteinwasauchimmer-Konsum reduziere, dann fehlt mir der süße Geschmack. Und das ist schon viel problematischer, da ich wahrscheinlich ein bisschen sehr süchtig nach allem bin was süß schmeckt.
Lange Zeit habe ich mein Zuckerbedürfnis mit Obst gedeckt, bis dann meine Fruchtzuckerphobie kam.
Zusätzlich zu der Öl-, Weißmehl- und Industriezuckerphobie. Klasse!

Jetzt bin ich ziemlich hin-und hergerissen. Einerseits will ich meinem Körper ja endlich mal etwas Gutes tun, ihm die Nährstoffe geben, die er braucht. Ich will aus der Essstörung raus und das heißt auch, dass ich vorhandene Phobien überwinden muss.
Andererseits ist da die Angst, dass ich noch nicht so weit bin. Dass ich im Moment vielleicht lieber noch ein bisschen ungesund essen sollte, wenn ich es brauche, weil ich so zumindest die Rückfallquote niedrig halte. Und weil ich mich sicherer fühle mit meinen "vertrauten" Lebensmitteln.

Es nervt mich so sehr, dass dünn sein bei mir immernoch über gesund sein steht. Es nervt mich, dass ich es nicht auf die Reihe bekomme das zu ändern. Und ich weiß, dass es nichts bringt, wenn ich genervt und ungeduldig von und mit mir selbst bin.

In zwei Wochen ist der nächste Termin. Da kann ich nicht antanzen, ohne zumindest einen Versuch unternommen zu haben...


Habt einen schönen restlichen Montag! :-)
 

5 Kommentare:

  1. Hallo :)
    Ich hab ein bisschen in deinem Blog rumgestöbert und muss sagen, dass du echt stark und mutig auf mich wirkst!!
    Es ist so so schwer gegen die Essstörung anzukämpfen, und es überhaupt zu versuchen beinhaltet einen riesigen inneren Kampf in Kauf zu nehmen und dazu benötigt es viel Kraft und Mut. Und du gehst das alles an. Meinen Respekt :)
    Ich glaub ich lese deinen Blog nun öfters - das ermutigt auch mich.

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  2. Hallo Liebes :)
    Bist du dir sicher, das dünn sein und gesund sein zusammen nicht gehen? Ich bin auch dünn, bzw. schlank und Lebe vom Essverhalten her relativ gesund :) Bei dir steht eher "dürr" sein über gesund sein. Ich glaube, würdest du das dürr sein runterstufen und das gesund sein hochstufen, wirst du bestimmt gesund sein und dünn/schlank sein :) Ich hatte auch immer panische Angst, dass ich dann dick werde, wenn ich mich normal ernähre, aber das ist nicht passiert. Man achtet trotzdem noch auf das was man isst. Man ist zu sehr geprägt von der Vergangenheit. Durch den Sport halte ich mich so wie ich bin und fühle mich wohl. Mir hat der Sport sehr geholfen, als ich angefangen habe ihm etwas gutes zu geben an Essen. Ich habe die Waage weggelassen und fing mit dem Sport an und versuchte meine Ernährung dem anzupassen. Irgendwann fühlte ich mich wohl, ich lernte mich zu mögen. Klar habe ich manchmal auch noch rückfälle, wo ich mich unwohl fühle, aber das vergeht auch wieder, wenn ich mich ablenke.
    Ich finde es auch gut, dass du ehrlich zu deiner Ernährungsberaterin bist. Das ist schonmal ein großer Schritt in die richtige Richtung, sie will dir ja auch nur helfen, bzw. dich unterstützen !! :) Du packst das! Mach dir kleine Ziele, dann kannst du ihr wenigstens erzählen, dass du es probiert hast! :)
    Alles liebe <3

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  3. Hallo Mina! Erstmal danke ich dir für dein Kommi und dann hab ich grad den Post hier gelesen und ich kann dir sooo so soo gut helfen! Ey ernsthaft, dir geht's wie mir :D nur dass ich diese Phase schon vor ein-zwei Monaten hatte und so gut wie raus bin. Ich hab auch Ernährungsberatungen erhalten und mich selbst informiert und viel gelesen weil ich so extrem immer bin aber mal von vorn: ich hab angst vor Fett. Ich hab mir auch immer gesagt, dass ich lieber Zucker als Fett esse einfach weil Fett halt Fett ist. Aber ich hab diese Angst seit zwei Wochen komplett verloren, weil ich mir mal angeschaut hab, wie man überhaupt Fett verliert. Ich mein jeder weiß dass man nur weniger Kcal aufnehmen muss als man verbraucht. Aber niemand weiß so richtig, wie der Körper das mit dem Abnehmen, also der Fettverbrennung anstellt. Jedenfalls brauchst du einen gewissen Fettanteil an den ungesättigten Omega 3 Fettsäuren damit du überhaupt Fett verbrennen kannst. Das Fett ist in Zellen, den Fettzellen gespeichert und damit das Fett da raus kann, die Membran durchlässig wird, braucht man Omega 3 und die darin enthaltenen Stoffe. Zudem muss man viel Wasser trinken weil Wasser das einzige Transportmittel im Körper ist und das Fett soll dann ja irgendwie zu den Muskeln gelangen um in Energie umgewandelt zu werden. Ich hoffe du kannst ein bisschen nachvollziehen was ich meine, ich habs jetzt auch sehr vereinfacht dargestellt weil es viel komplizierte ist und mit chemischen Elementen etc, aber im Endeffekt brauchst du Fett um Fett zu verbrennen. Zwar nicht so viel, nur ca. 30-50g je nach Gewicht aber ich hab jahrelang immer nur höchstens 10-20g Fett gegessen weil ich alles Fett vermieden habe. Und jetzt esse ich am Tag immer mal ein paar Nüsse oder gebe 1 EL Leinöl in mein Müsli :) Du kannst da gern selbst dich informieren wenn du mir das irgendwie nicht glaubst, weil ich hab das auch nicht gleich geglaubt gehabt.

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  4. Guten Morgen!

    Ich hab meine Schlaflosigkeit heut schon genutzt und dir gegen 3:00 was gepostet, aber das ist irgendwie schief gegangen merke ich gerade :(
    Ich find das total super, dass du zur Ernährungsberatung gehst! Und dass du dabei ehrlich bist! Ich tendiere auch dazu, mich zu schämen,w enn mich wer fragt, was ich schon gegessen habe. Dabei ist es egal, wieviel es objektiv ist, in dem Moment ist jeder Bissen zu viel. Ich tu mir z.b. voll schwer mit warmen Mahlzeiten und ess dann stattdessen die gleiche Kalorienanzahl zwischendurch mit Soletti, Obst, Reiswaffeln,... total doof irgendwie.
    Und - ich würde auch gern die Figur behalten (oder weniger werden) und trotzdem gesund werden im Sinne von der Kopf ist nicht mehr so beschränkt. Das muss doch klappen... ich find,w enn man dann zunimmt, ok, wenn man sich wohlfühlt.- Aber wer sagt denn, dass man wenn man zunimmt automatisch auch gesund wird? Eben.
    Also ein Mittelweg wär schon cool... und ich glaub, den gibt es. Dass man ausreichen, ausgewogen und gesund isst, mal was Süßes sich gönnt usw aber eben nicht sofort durch die Gegend rollt - das ist ja unsre große Angst, hm?
    Bin schon voll gespannt wie es weitergeht bei der Ernährungsberatung!!
    Alles Liebe!

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    1. Traumgängerin :)
      Genau das wünsche ich mir auch!! Dünn sein, aber der Kopf ist freier und unbezwungener.Schon noch den Überblick über alles, aber nicht mehr so eine zwanghafte und einsperrende Kontrolle,
      Das wäre so schön!!
      Denn durch meine Ödeme bin ich dick und schwer und NEIN, da durch bin ich nicht gesünder, eher das Gegenteil. Der Kopf spielt verrückt - das Schlimmste ist eingetroffen. Keine Ahnung, wie man dadurch gesund werden soll! Meiner Meinung nach muss erst der Kopf gesund werden und der Körper kommt nach :)

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