Freitag, 13. Mai 2016

#24 Gewichtsgrenzen

Am Montag hatte ich einen Rückfall.
Am Dienstag dann einen Gewichtsschock.
Trotz Gegenmaßnahme war ich über meine imaginäre Gewichtstoleranzgrenze gekommen.
Und ja, natürlich weiß ich rational gedacht, dass es Wasser, Magen/Darminhalt etc. ist, was das Gewicht nach einer Essattacke in die Höhe treibt.
Aber das ändert nichts daran, dass bei mir ab einer bestimmten Zahl alle Lichter ausgehen und ich einfach nur noch verdammt große Angst habe.
Angst davor, dass das jetzt so weitergeht, dass ich die Kontrolle verliere, dass die Zahl auf der Waage immer und immer höher klettern wird.
Kennt ihr das? Bestimmt, oder?
Man hat einen bestimmten Toleranzbereich, in dem Zunehmen zwar auch nicht schön ist, aber noch erträglich ist, weil es in einem selbstgesteckten Rahmen stattfindet. Und dann plötzlich ändert sich die zweite Zahl vor dem Komma und obwohl der Gewichtsunterschied vielleicht kleiner ist als andere Male, hat man das Gefühl, dass die nackte Panik ausbricht.
Nicht nur das Gefühl,sie bricht tatsächlich aus.

Was war also die Folge?
Logisch, zurück ins alte Muster, weniger essen. Sich beweisen, dass man das noch kann. Dass man nach wie vor die Kontrolle über sich und sein Essverhalten hat.
Auf der einen Seite erleichtert es mich jedes Mal, wenn ich merke, dass ich relativ problemlos wieder zurück ins alte Schema kann.
Andererseits-habe ich mir das nicht oft genug bewiesen in den letzten 5 Jahren? Hab ich immernoch nicht gelernt, dass es nichts bringt?
Und war nicht meine neue Challenge, dass ich nicht sofort wieder zurückverfallen will, wenn die Waage mal ein wenig nach oben geht? Dass ich meinem Körper trotzdem weiter das gebe was er braucht, nämlich ausreichend Nahrung?


Es ist jedes Mal dieser Zwiespalt. 
Und es ist jedes Mal die Gefahr wieder mehr in die Essstörung abzurutschen.

Denn heute, drei Tage später, liege ich gewichtstechnisch wieder unterhalb meiner Toleranzgrenze. Das heißt, ich könnte theoretisch wieder 'normal', ausreichend essen. Habe mir schließlich bewiesen, dass das Einschränken noch immer klappt. Oder?
Andererseits-warum mehr essen, wenn weniger gerade auch gut klappt? Warum nicht ein bisschen Gewichspuffer schaffen?

Ich weiß, dass für mich die Gefahr gerade groß ist eine weitere Runde im Teufelskreis zu drehen.
Und deshalb entscheide ich mich diesmal auszusteigen, bevor ich nicht mehr kann. Bevor ich wieder in der Hunger-Brech-Spirale festhänge.
Ich entscheide mich zu essen. 
Denn dass ich hungern und brechen kann, dass weiß ich eh schon.


Wer sich übrigens fragt warum ich keine genauen Zahlen verwende-dazu habe ich auf meiner "Über mich" - Seite etwas geschrieben.

Ich wünsche euch einen sonnigen Freitag <3   

  
 

 

 

8 Kommentare:

  1. Oh dein Post ist grad genau das, was in mir steckt... ein Rückfall. Und genau exakt deine Worte - Rationales Denken gegen Empfinden, Toleranzbereiche,.... genau das geht in mir vor. Dieser ewige Zwiespalt und Kampf gegen sich selbst. Aber es ist wunderschön, dass du dich für das Essen entschieden hast. Und aus der Spirale raus willst. Und du hast die Kraft dazu, ganz bestimmt!!!
    Fühl dich gedrückt

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  2. Ohje, tut mir Leid für dich, dass du einen Gewichtsschock hattest. Das kenne ich zu gut, nach FA's geht für mich die Welt unter und ich fange an mich 20x täglich zu wiegen, mit der hoffnung dass es wieder weniger wird..
    Aber ich kann mir vorstellen dass es erleichternd ist zu wissen dass man aufhören kann, wenn man möchte.
    Alles liebe
    <3

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  3. oh je.. ich hatte auch immer eine Gewichtsgrenze. meine niedrigste Grenze, die vom Arzt akzeptiert wurde sind 7-8kg unter meinem jetzigen Gewicht. Na gut, davon sind knapp 5 kg Muskelmasse, die ich durch das Training zugenommen habe. Das war für mich auch ein Schock, als ich das erste mal dieses Gewicht gesehen habe. Ich wollte abnehmen. Tat es auch. Ich nahm schnell 5kg ab. Aber was hatte ich davon? Nichts. Ich beruhigte mein Gewissen dadurch, aber besser ging es mir körperlich nicht. Ich habe nachgedacht und merkte, dass es mir da total gut ging und ich glücklich war zu dem Zeitpunkt und jetzt stürze ich mich wieder in eine Diät rein und will mein Glück zerstören. Ich will dir nur sagen. Pass auf dich auf! <3
    Und ich finde es gut, dass du aussteigen möchtest und essen möchtest, du packst das!!
    Alles liebe <3

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  4. Hey Mina,

    Danke für deine Worte! <3
    Ich möchte im Oktober zum Studieren wegziehen, dann bekomme ich also schon ein wenig Abstand. :)

    Dein Post spricht mir übrigens aus der Seele. In dieser Situation befand ich mich schon so oft und ich finde es unglaublich stark von dir, dass du "aussteigen" willst. (Das ist übrigens eine ziemlich gute Metapher, meiner Meinung nach)

    Ich wünsche dir dafür sehr viel Erfolg und Kraft. Du kannst das! <3

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  5. Hey du, keine sorge deine Nachricht habe ich erhalten, bin nur noch nicht dazu gekommen sie zu beantworten.
    Alsooo ich rechne das mit einer app aus anhand meiner Körperdaten, aber ich Ziege meistens noch ein bisschen ab wenn es mir zu viel erscheint :p
    Warum denn? Sind die Werte die falsch oder wie? :)
    Vanille ♡

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  6. Hey, :)
    jaa das verstehe ich auch nicht. Ich dachte mir auch, dass es perfekt sei. Aber das ist es definitiv nicht. Man ist dadurch so eingeschränkt und dann an dem Cheatday kann man auch echt übertreiben und dann bringt es nichts. Eventuell sind die Bauchschmerzen am nächsten Tag sogar groß. Klar esse ich auch am Wochenende eher mehr und eventuell auch mal was ungesundes mehr. Aber das ist für mich kein Cheatday oder so. Sondern das ist normal, weil man einfach mehr Zeit hat und das Wochenende nicht so geregelt ist. Trotz allem achte ich darauf, dass ich am Wochenende auch Obst und so zu mir nehme und nicht übertreibe, sondern auch nur Esse wenn der Hunger / Appetit da ist :)
    Du wirst das irgendwann auch schaffen, lass dir einfach Zeit, dass ist das Wichtigste und lass dich von Rückschlägen nicht unter kriegen!! Die gehören dazu. Ich habe so viele Rückschläge erlitten und wollte so oft aufgeben. Aber ich habe weiter gemacht und bin echt froh darüber, dass ich nicht aufgegeben habe.. :)
    Alles liebe <3

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  7. Hallo :)
    Ja es ist echt ein Kampf! Mal wird es leichter, dann aufeinmal wird es wieder total schwer. Keiner kann sagen wie lange es geht! Aber dein Blog liest sich total gut und ich fühle so mit uns drücke dir die Daumen, nein, sende dir Kraft, inneren Frieden und Durchhaltevermögen, damit du das schaffst :) Ich bin da auch dran und der Zwiespalt, der große Kampf lässt mich fiese Dinge schreiben, denken und tun...Das kennst du wahrscheinlich auch. So wie ich das lese und interpretiere.

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