Mein Körper spinnt. Ernsthaft.
Seit Tagen esse ich wirklich viel, also nicht Fressattacken-Viel sondern Ausreichend-Viel, nämlich immer wenn ich Hunger habe. Und das ist andauernd.
Ich versteh's nicht. Ich esse total gesunde, sättigende Sachen und trotzdem lande ich jeden Tag bei knapp 3000 Kalorien. Ohne wirkliche Fressattacken, höchstens mal Müsliriegel gegen den Süßhunger. Und obwohl ich weiß, dass ich mein hohes Sportpensum berücksichtigen muss, finde ich das schon heftig viel.
Was ist mit meinem Körper denn kaputt? Warum macht er es mir extra schwer auf ihn zu hören?
Wenn ich so viel esse und trotzdem Hunger habe, dann kann ich doch auch gleich wieder hungern?!
Gute Nacht&Süße Träume,
Mina
...no one ever said it would be this hard.
Let's go back to the start.
Irgendwie schwirren mir diese Coldplay-Zeilen heute unentwegt durch den Kopf. Kennt ihr das, solche Songtext-Schnipsel oder Zitate, die einen manchmal durch den ganzen Tag begleiten?
Jedenfalls treffen die Zeilen den Nagel sowas von auf den Kopf. Auch wenn sie einen anderen Bezug haben.
Lets go back to the start. Wie sehr ich mir das wünsche. So einen großen, fetten Buzzerknopf, der meinen Kopf resettet. Denn manchmal habe ich einfach keine Lust mehr auf mein Gedankenkarussell und will einfach nur aussteigen. Aber irgendwie klebe ich fest. So leicht ist es eben nicht-nobody said it was easy.
Da hilft nur Geduld. Hab ich. Mit allem und jedem, nur nicht mit mir, haha. Manchmal nerve ich mich einfach selbst so sehr an. Ich WEISS, dass Hungern nirgendwohin führt, außer zur Toilette. Ich WEISS, dass es mich in den letzten 5 Jahren nicht glücklicher gemacht hat. Das Hungern, das Vollstopfen, das Brechen, der exzessive Sport, das Wiegen, das Kalorienzählen, das Angsthaben, das Diätenhopping und, und, und. Ich WEISS genau wie ich mich ernähren sollte, um zumindest körperlich bedingte Heißhungerattacken zu verhindern. Ich WEISS was mich stresst, belastet, traurig macht, unter Druck setzt. Ich WEISS so viel, was mir helfen würde. Nur ich MACHE genauso weiter wie bisher.
Jeder Versuch auszusteigen wurde bisher von meinem Kopf boykottiert. FETT, UNDISZIPLINIERT,FETT,FETT,FETT. Schreit er dann jedes Mal. Sogar in meinen Träumen.
Aussteigen klappt also nicht so gut. Zumindest nicht so schnell wie ich das gern hätte. Aber vielleicht kann ich ja meinen Kopf mal fragen, ob er Lust hätte auf einen Waffenstillstand. Mal so auf Probe. Ich kann ihm nicht den Mund verbieten. Aber vielleicht können wir kooperieren?
xoxo
Mina
So sieht's aus. Essen, Überessen, Brechen, Weiteressen, Weiterbrechen, bis nichts mehr geht. Oder bis nichts mehr da ist zum Weiteressen.
Wenn Weiteressen nicht geht, bleibt immernoch das Weiterhungern bis zum nächsten Breakdown.
Warum ich nicht einfach normal esse? Weil ich nicht weiß wie. Normal essen wäre die Grauzone zwischen meinem Schwarz-Weiß-Modus: Überessen und Hungern. Aber in Grauzonen kenne ich mich nicht aus. Da fühle ich mich immer ganz schnell so verloren, dass ich mich schnell zurück in meinen schwarz-weißen Teufelskreis flüchte.
Ich sollte auf meinen Körper hören. Aber der hat inzwischen keine Lust mehr mit mir zu kommunizieren. Verstehe ich sogar. An seiner Stelle wäre ich schon längst davongerannt. Aber gut, er kann ja nicht. Er muss bei mir bleiben und sich von mir misshandeln lassen. Misshandeln klingt zu hart? Leider trifft es das ziemlich auf den Punkt.
Eigentlich möchte ich nichts lieber, als eines Tages in der Grauzone anzukommen und zu bleiben. Denn dort ist alles relativ. Dort gibt es kein Alles-oder-Nichts-Prinzip, nicht nur Gut oder Schlecht. Dort ist genug Platz für einen Körper, der sich wohlfühlt.
Eines Tages will ich es schaffen mir den Raum zu geben, den ich brauche.
Herzlich willkommen, schön dass du auf meinem Blog gelandet bist!
Zu Anfang kurz ein paar Worte über mich und das, worum es hier gehen soll.
Ich bin 20 Jahre alt, lebe seit 5 Jahren mit einer Essstörung und möchte mit diesem Blog ein Zeichen gegen den aktuellen Pro Ana/Mia-Trend setzen.
Ich werde Einblicke in mein Leben mit der Essstörung geben, so schonungslos und ehrlich wie möglich. Und ich werde darüber schreiben, wie ich Stück für Stück versuche gesund zu werden.
Für Fragen, Anregungen, Kritik etc. bin ich immer offen!