Und ich glaube auch, dass meine Therapeutin mitunter gar nicht so richtig weiß, wo sie ansetzen soll.
Neben der Essstörung habe ich auf jeden Fall noch ein ausgeprägtes Nähe-Distanz-Problem.
Erwähnte ich schonmal, dass ich einen Freund habe? Nein?
Kein Wunder, denn in den letzten Monaten habe ich ihn einfach mal aus meinem Leben rausradiert. Nicht, dass wir uns getrennt hätten. Ich habe mich nur einfach nicht mehr gemeldet, ich wollte ihn nicht sehen und jede Nachricht von ihm war mir schon zu viel.
Vorletztes Wochenende haben wir uns erstmals wieder getroffen.
Denn, warumauchimmer, hatte ich urplötzlich das Bedürfnis ihn sehen zu wollen.
Es war sofort vertraut und schön und ohne jegliche Vorwürfe. Ich habe mich wohl gefühlt und dann kam, irgendwann als wir so nebeneinander lagen, mein üblicher Fluchtreflex. Ab einem gewissen Punkt, dann, wenn normale Menschen sich fallen lassen, steigt in mir richtiggehend Panik auf und ich will nur noch weg.
Dann stehe ich auf und gehe.
Und fange an mich dafür zu hassen, dass ich es schön fand Nähe mit jemandem zu teilen. Ich hasse es, dass es sich vertraut angefühlt hat, dass ich mich geliebt gefühlt und das auch noch genossen habe.
Denn ein Teil von mir will das nicht. Ein Teil von mir beharrt auf einem emotionalen Sicherheitsabstand.
Denn dieser Teil weiß, dass ich nach dem "Ganz-oder-Gar-Nicht" aka "Schwarz-Weiß"-Prinzip funktioniere. Wenn ich keinen Sicherheitsabstand halte, renne ich mit Sicherheit haltlos in die nächste Enttäuschung.
Weil ich nicht mehr bremsen kann, wenn ich mich einmal auf jemanden einlasse. Wenn ich tatsächlich loslasse.
Und vielleicht ist es wirklich gar nicht so verkehrt sich nicht abhängig von der Zuneigung einer anderen Person zu machen. So schön Nähe auch ist. So schön es auch ist geliebt zu werden.
Man kann sich nie darauf verlassen.
Dass man nicht doch irgendwann verlassen wird.
Ist das Verlassenwerden ein Grund, all diese Dinge nicht zu erleben? Was ein Leben lang bleiben wird, falls er dich velässt, ist ein Gefühl der Erfüllung, wenn du lächelnd an die Momente zurückdenkst. Außerdem die Bestätigung, dass man dich sehr wihl lieben kann.
AntwortenLöschenWoran wirst du zurückdenken, wenn du in 50 Jahren dein bisheriges Leben reflektierst? Wenn du so weiter machst wie jetzt, wirst du emotional verkümmert sein und nichts als Kälte, und vor allem Reue empfinden. Du wirst dich leer und eingefroren fühlen.
Stell dir vor du wüsstest, dass du dein ganzes Leben mit deinem Freund verbringen musst. Du könntest nie wieder Abenteuer mit anderen Männern erleben, nicht jung und frei sein, dich nicht austesten und vielfältige Wege der Zuneigung entdecken. Da bliebe so viel unerfüllt. Ich glaube auch nicht, dass man in unserem Alter schon genug Erfahrung mit Männern haben kann, um zu wissen, welche verschiedenen Charaktere es eigentlich gibt und was man wirklich will und was überhaupt nicht. Das kann man erst entdecken, wenn man möglichst vielfältige Erfahrungen macht und so auch nach und nach lernt, wonach man eigentlich sucht.
Der Text oben klingt wahrscheinlich schroff, so ist er aber nicht gemeint. Er ist meine nicht besonders einfühlsame Perspektive eines diesbezüglich 'gesunden' Menschen. Aber ich finde, genau soetwas muss man manchmal hören. Wie wenig nachvollziehbar das eigene Denken/Handeln eigentlich aus 'normaler' Sicht ist. Das drückt aus, dass es keinen Sinn macht und deshalb ein gesunder Mensch sofort erkennt, dass das doch etwas ist, was einen unglücklich macht und was dementsprechend total abwegig ist.
Einen qualifizierteren Kommentar kann ich dazu leider nicht abgeben, weil ich mich mit der Problematik nicht auskenne. Aber NATÜRLICH hat dieses dieses Denkmuster bei dir Gründe, die ernst genommen und behandelt werden müssen. Ich wünsche dir, dass es irgendwann besser wird ♥♥♥
Hay du liebe♥
AntwortenLöschenIch kann dich so so gut verstehen! Zwar sollte es eigentlich kein Grund zum Feiern sein, jemanden gefunden zu haben, der genau das gleiche Nähe-Distanz-Verhalten/Problem hat, aber es ist einfach schön, nicht alleine mit sowas zu sein.
In deinem Text habe ich mich direkt wiedererkannt. Das Bedürfnis, wie du einen >emotionalen Sicherheitsabstand< einzuhalten, ist der Grund dafür, dass ich momentan keinen Freund habe & die meiste Zeit auch keinen will. Bis jetzt habe ich mich immer nach kurzer Zeit dafür gehasst, mich "verletzlich" zu machen. Natürlich macht Liebe nicht schwach, im Gegenteil. Aber ich kann die Warnsignale in meinem Kopf einfach nicht ausschalten. Also vermeide ich alles in diese Richtung gehende.
Sogar familiär gesehen, auch wenn es da schwieriger wird.
Nachteilig ist dabei, dass ich mich in ganz seltenen Fällen alleine & verlassen fühle & dann am liebsten Jemanden hätte, der für mich da ist. Ist das bei dir auch so? So ein urplötzliches Gefühl eben.
Der traurige Vorteil ist allerdings, dass ich es perfekt beherrsche, Menschen aus meinem Leben rauszustreichen. Oder wie du so passend formuliert hast, sie "auszuradieren".
Bei mir bezieht es sich aber auch auf rein platonische Beziehungen. Das heißt, ich blocke auch gegenüber Freunden/Freundinnen ab, wenn es mir zu viel wird. Machst du das auch? Oder in diesem Fall eher weniger?
Zu deinem Kommi: Danke für die lieben Worten♥
Es ist schön verstanden zu werden & was sollte ich anderes schreiben, als "du hast Recht"? Natürlich bringt eine Therapie nur etwas, wenn ich sie freiwillig machen möchte. Vielleicht kommt auch irgendwann dieser Punkt, an dem ich Ziele habe, bei denen mir die ES oder die Depressionen im Weg stehen.
Nur im Moment, & das ist das Zentrum des Problems, habe ich die nicht. Klar, die ES erschwert so zeimlich alles im Leben, aber es gibt eben (noch) nichts, dass ich nicht trotzdem schaffen könnte, wenn ich denn wollte.
Ich habe noch keine wirklichen Pläne für die Zukunft, weiß auch noch nicht genau, was ich nach der Schule mal machen möchte.
Fessteht, dass ich gerne etwas reisen würde; Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Irland.. ein bisschen "den Norden" erkunden. Und vielleicht bekomme ich meine Nähe-Distanz-Probleme doch irgendwie in den Griff. Denn ich glaube, ein ganzes auf Sicherheitsabstand zu anderen zu bleiben, wird irgendwann doch zu viel. Außerdem, auch wenn es widersprüchlich kling, hätte ich manchmal schon gerne jemanden, mit dem ich mir mein späteres Leben aufbauen kann.
Ich schreibe auch sehr verwirrend, aber ich denke, du verstehst, was ich meine, oder? (:
Deine Achterbahnfahrt hat hoffentlich bald mal ein Ende. Wenn ich dir helfen könnte, würde ich das echt gerne tun. Vielleicht findest du ja irgendetwas, das es beendet. Ich drücke dir trotz allem die Daumen für dich & deinen Freund, denn manchmal, auch wenn man sich danach hasst, ist es doch ganz schön, jemanden zu haben. Und wenn er in den Momentan, in denen du nichts von ihm wissen wolltest, sogar auf dich gewartet hat, dann muss er ja wirklich ein Lieber sein. (:
Warm ist es hier auch. 31° im Moment & ich werde auch auf keinen Fall in die Sonne gehen. Mal abgesehen davon, dass ich dann sowieso direkt wieder Allergie bekommen würde.. Montag & Dienstag soll es zum Glück wieder etwas kühler werde, bevor es dann mit der Hitzewelle wieder weitergeht.
Fühl dich ebenfalls ganz lieb umarmt & pass auf dich auf♥