"Ehrlich gesagt, zieht mich das schon auch manchmal runter, dass wir mit Ihnen nicht weiterkommen."
Sorry, keine Absicht.
Mich zieht es übrigens auch runter.
Ich frage mich, ob es an mir liegt, dass es schlechter denn je läuft.
Ich frage mich, ob ich zu unmotiviert bin.
Ob ich vielleicht zu müde zum immerwiederdagegenankämpfen geworden bin.
Ich verschwende meine Therapiestunden damit, über meine neuerworbene Fettleibigkeit zu heulen und jegliche Gefühlsweltthemen radikal abzublocken.
Meine Therapeutin ist genervt, das merke ich.
Und ich verstehe es.
Ich bin selbst genervt.
Aber was soll ich sagen?
Dass ich das Gefühl habe auf ganzer Linie zu versagen, dass ich mein Studium hasse und nicht weiß was ich jemals in meinem Leben machen soll, wenn ich immer nur alles abbreche, was ich anfange?
Oder soll ich erzählen, dass ich wieder angefangen habe mir die Arme aufzuschneiden oder dass ich ohne Alkohol nicht mehr einschlafe, obwohl der mich noch fetter werden lässt?
Ich könnte auch von meinem Schmerzmittel-und Aufputschpillenkonsum erzählen, der gerade erschreckend hoch ist. Oder von den immer häufiger auftretenden Herzrythmusstörungen.
Stattdessen erzähle ich nichts von alldem, weil ich Angst habe, dass sie dann völlig resigniert.
Der Fall ist schließlich hoffnungslos genug.