Es ist schon richtiggehend unheimlich.
Ich habe montags immer mein Wochenanfangstief; wenn auf irgendwas Verlass ist, dann darauf.
Und heute? Bleibt es einfach weg. Mehr noch, ich könnte fast behaupten, dass ich mich gut fühle. Einfach so, ohne Anlass. Keine Ahnung, wann ich das das letzte Mal sagen konnte.
Ich kann dem Frieden irgendwie nicht trauen. Kommt dann morgen das Montagstief, verkleidet als Dienstagstief und dafür vielleicht umso heftiger?
Den ganzen Tag hatte ich Sorge, dass die Stimmung aus dem Nichts kippt. Aber ich hatte nicht mal nur ein winziges bisschen das Bedürfnis nach einem Essanfall.
Wenn ich könnte, würde ich so einen Tag wie heute am liebsten über Nacht einfrieren und am Morgen wieder auftauen. Wieder und wieder und wieder und für immer.
Montag, 29. August 2016
Sonntag, 28. August 2016
#56 Mein Körpergefühl mobbt mich.
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| Shoppingtüte von gestern - wie treffend. |
Ich habe nicht zugenommen.
Es gab keine Trigger-Kommentare meiner Mitmenschen.
Ich esse
Mein Sportpensum ist wie immer.
Alles ist wie immer.
Nur mein Körpergefühl ist seit letztem Wochenende völlig im Keller.
Gestern hatte ich hitzebedingt dann doch mal kurze Hosen an - und habe mich extrem unwohl gefühlt. In jeder Scheibe habe ich mit einem Seitenblick meine viel zu unförmigen Beine abegescannt.
Ich war gestern shoppen und würde euch gern zeigen was ich gekauft habe - aber ich sehe auf jedem Foto gerade viel zu fett aus.
Obwohl ich weiß, dass ich nicht zugenommen habe.
Obwohl ich weiß, dass ich NICHT FETT bin.
Ich habe den Beweis auf der Waage, aber nicht mal der glaube ich.
Alles ist wie immer.
Nur mein Kopf spielt verrückt.
Freitag, 26. August 2016
#55 Eine Störung kommt selten allein
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nur aus Baustellen bestehe.
Und ich glaube auch, dass meine Therapeutin mitunter gar nicht so richtig weiß, wo sie ansetzen soll.
Neben der Essstörung habe ich auf jeden Fall noch ein ausgeprägtes Nähe-Distanz-Problem.
Erwähnte ich schonmal, dass ich einen Freund habe? Nein?
Kein Wunder, denn in den letzten Monaten habe ich ihn einfach mal aus meinem Leben rausradiert. Nicht, dass wir uns getrennt hätten. Ich habe mich nur einfach nicht mehr gemeldet, ich wollte ihn nicht sehen und jede Nachricht von ihm war mir schon zu viel.
Und ich war zu beschäftigt mit fressen und kotzen.
Vorletztes Wochenende haben wir uns erstmals wieder getroffen.
Ihr fragt euch, warum er immernoch da war? Ehrlich gesagt, ich frage mich das auch.
Denn, warumauchimmer, hatte ich urplötzlich das Bedürfnis ihn sehen zu wollen.
Es war sofort vertraut und schön und ohne jegliche Vorwürfe. Ich habe mich wohl gefühlt und dann kam, irgendwann als wir so nebeneinander lagen, mein üblicher Fluchtreflex. Ab einem gewissen Punkt, dann, wenn normale Menschen sich fallen lassen, steigt in mir richtiggehend Panik auf und ich will nur noch weg.
Dann stehe ich auf und gehe.
Und fange an mich dafür zu hassen, dass ich es schön fand Nähe mit jemandem zu teilen. Ich hasse es, dass es sich vertraut angefühlt hat, dass ich mich geliebt gefühlt und das auch noch genossen habe.
Denn ein Teil von mir will das nicht. Ein Teil von mir beharrt auf einem emotionalen Sicherheitsabstand.
Denn dieser Teil weiß, dass ich nach dem "Ganz-oder-Gar-Nicht" aka "Schwarz-Weiß"-Prinzip funktioniere. Wenn ich keinen Sicherheitsabstand halte, renne ich mit Sicherheit haltlos in die nächste Enttäuschung.
Weil ich nicht mehr bremsen kann, wenn ich mich einmal auf jemanden einlasse. Wenn ich tatsächlich loslasse.
Und vielleicht ist es wirklich gar nicht so verkehrt sich nicht abhängig von der Zuneigung einer anderen Person zu machen. So schön Nähe auch ist. So schön es auch ist geliebt zu werden.
Man kann sich nie darauf verlassen.
Dass man nicht doch irgendwann verlassen wird.
Und ich glaube auch, dass meine Therapeutin mitunter gar nicht so richtig weiß, wo sie ansetzen soll.
Neben der Essstörung habe ich auf jeden Fall noch ein ausgeprägtes Nähe-Distanz-Problem.
Erwähnte ich schonmal, dass ich einen Freund habe? Nein?
Kein Wunder, denn in den letzten Monaten habe ich ihn einfach mal aus meinem Leben rausradiert. Nicht, dass wir uns getrennt hätten. Ich habe mich nur einfach nicht mehr gemeldet, ich wollte ihn nicht sehen und jede Nachricht von ihm war mir schon zu viel.
Vorletztes Wochenende haben wir uns erstmals wieder getroffen.
Denn, warumauchimmer, hatte ich urplötzlich das Bedürfnis ihn sehen zu wollen.
Es war sofort vertraut und schön und ohne jegliche Vorwürfe. Ich habe mich wohl gefühlt und dann kam, irgendwann als wir so nebeneinander lagen, mein üblicher Fluchtreflex. Ab einem gewissen Punkt, dann, wenn normale Menschen sich fallen lassen, steigt in mir richtiggehend Panik auf und ich will nur noch weg.
Dann stehe ich auf und gehe.
Und fange an mich dafür zu hassen, dass ich es schön fand Nähe mit jemandem zu teilen. Ich hasse es, dass es sich vertraut angefühlt hat, dass ich mich geliebt gefühlt und das auch noch genossen habe.
Denn ein Teil von mir will das nicht. Ein Teil von mir beharrt auf einem emotionalen Sicherheitsabstand.
Denn dieser Teil weiß, dass ich nach dem "Ganz-oder-Gar-Nicht" aka "Schwarz-Weiß"-Prinzip funktioniere. Wenn ich keinen Sicherheitsabstand halte, renne ich mit Sicherheit haltlos in die nächste Enttäuschung.
Weil ich nicht mehr bremsen kann, wenn ich mich einmal auf jemanden einlasse. Wenn ich tatsächlich loslasse.
Und vielleicht ist es wirklich gar nicht so verkehrt sich nicht abhängig von der Zuneigung einer anderen Person zu machen. So schön Nähe auch ist. So schön es auch ist geliebt zu werden.
Man kann sich nie darauf verlassen.
Dass man nicht doch irgendwann verlassen wird.
Donnerstag, 25. August 2016
#54 Was motiviert mich 'gesund' zu werden?
Achtung, Negativpost!
Am Montag, nach dem üblichen Wochenstart-Rückfall, fiel es mir irgendwie wie Schuppen von den Augen: Die ganze Zeit habe ich überlegt, warum ich es damals, mit 18, geschafft habe die Essstörung von heute auf morgen abzuschütteln und warum ich diesen Willen, den ich zu der Zeit hatte, jetzt nicht mehr aufbringen kann.
Die ganze Zeit überlege ich, warum ich vor drei Jahren gesund werden konnte und warum ich es aktuell so gar nicht auf die Reihe bekomme.
Ich habe mich am Montag gefragt, was mich damals von Rückfällen abgehalten hat und was mich heute abhält. Und zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich mir wirklich ehrlich geantwortet.
Früher hatte ich in erster Linie wahnsinnige Angst vor den körperlichen Folgen, die damals zugegebenermaßen ausgeprägter waren als heute. Ich hatte Angst mir mein Leben mit der Essstörung zu verbauen und diese Angst war größer, als die Angst vor einer möglichen Zunahme. Deshalb schaffte ich es loszulassen.
Wenn ich die Frage heute beantworte, und zwar wirklich ehrlich, dann hält mich eigentlich am meisten die Angst vor einer Gewichtszunahme von häufigeren Ess-Brech-Gelagen ab. Und genau hier liegt das Problem - ich will gesund werden, aber meine Motivation dafür baut auf einer typischen Essstörungs-Angst auf.
Es ist mir ein Stück weit egal, dass mein Körper und meine Gesundheit leiden, dass ich mich am berühmten 'Morgen danach' so fühle, als hätte ich mich am Vorabend ins Koma getrunken.
ODER GEKOTZT.
Es ist mir egal, weil ich inzwischen ganz gut damit leben kann. Mit der Zeit arrangiert man sich.
Und klar, es wäre auch ganz nett nicht permament körperlich fertig zu sein, aber eben auch nicht mehr.
Als 'ganz nett'.
Damit lässt sich ein aufkommender Rückfall jedoch schlecht blocken. Mit Gewichtsangst hingegen schon.
Warum ich jetzt zu dieser Erkenntnis gleich einen ganzen Post gemacht habe?
Weil ich ehrlich gesagt bis dahin felsenfest überzeugt war, dass ich wirklich gesund werden will. Dass ich mich und meinen Körper und generell mein Leben besser behandeln will. Dass ich lernen möchte mit negativen Gefühlen gesünder umzugehen.
Doch jetzt habe ich festgestellt: ich bin mir selbst auf den Leim gegangen und ich muss der Tatsache ins Auge sehen: Ich verhindere Rückfälle nicht durch irgendwelche neuen Skills, Denkmuster etc., sondern allein durch die ewige, alte Angst vorm Zunehmen.
Großartig.
Am Montag, nach dem üblichen Wochenstart-Rückfall, fiel es mir irgendwie wie Schuppen von den Augen: Die ganze Zeit habe ich überlegt, warum ich es damals, mit 18, geschafft habe die Essstörung von heute auf morgen abzuschütteln und warum ich diesen Willen, den ich zu der Zeit hatte, jetzt nicht mehr aufbringen kann.
Die ganze Zeit überlege ich, warum ich vor drei Jahren gesund werden konnte und warum ich es aktuell so gar nicht auf die Reihe bekomme.
Ich habe mich am Montag gefragt, was mich damals von Rückfällen abgehalten hat und was mich heute abhält. Und zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich mir wirklich ehrlich geantwortet.
Früher hatte ich in erster Linie wahnsinnige Angst vor den körperlichen Folgen, die damals zugegebenermaßen ausgeprägter waren als heute. Ich hatte Angst mir mein Leben mit der Essstörung zu verbauen und diese Angst war größer, als die Angst vor einer möglichen Zunahme. Deshalb schaffte ich es loszulassen.
Wenn ich die Frage heute beantworte, und zwar wirklich ehrlich, dann hält mich eigentlich am meisten die Angst vor einer Gewichtszunahme von häufigeren Ess-Brech-Gelagen ab. Und genau hier liegt das Problem - ich will gesund werden, aber meine Motivation dafür baut auf einer typischen Essstörungs-Angst auf.
Es ist mir ein Stück weit egal, dass mein Körper und meine Gesundheit leiden, dass ich mich am berühmten 'Morgen danach' so fühle, als hätte ich mich am Vorabend ins Koma getrunken.
Es ist mir egal, weil ich inzwischen ganz gut damit leben kann. Mit der Zeit arrangiert man sich.
Und klar, es wäre auch ganz nett nicht permament körperlich fertig zu sein, aber eben auch nicht mehr.
Als 'ganz nett'.
Damit lässt sich ein aufkommender Rückfall jedoch schlecht blocken. Mit Gewichtsangst hingegen schon.
Warum ich jetzt zu dieser Erkenntnis gleich einen ganzen Post gemacht habe?
Weil ich ehrlich gesagt bis dahin felsenfest überzeugt war, dass ich wirklich gesund werden will. Dass ich mich und meinen Körper und generell mein Leben besser behandeln will. Dass ich lernen möchte mit negativen Gefühlen gesünder umzugehen.
Doch jetzt habe ich festgestellt: ich bin mir selbst auf den Leim gegangen und ich muss der Tatsache ins Auge sehen: Ich verhindere Rückfälle nicht durch irgendwelche neuen Skills, Denkmuster etc., sondern allein durch die ewige, alte Angst vorm Zunehmen.
Großartig.
Samstag, 20. August 2016
#53 Nur so ein teeniehafter Bild-mit-Spruch-Post
Fake Happiness Is Still The Worst Sadness.
Wenn es etwas gibt, worin ich definitiv gut bin, dann das.
Dienstag, 16. August 2016
#52 Meine Essstörung und ich feiern 2-jährige Wiedervereinigung
Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte ich meinen ersten Rückfall nach einem Jahr komplett ohne hungern, Essanfälle, erbrechen, zählen, wiegen und und und.
Es war ein lächerliches Stück Schokoladenkuchen und ich hatte nicht mal besonders großen Appetit darauf. Ich habe mich hinterher nicht wirklich schlecht gefühlt und hatte kein Bedürfnis weiterzuessen. Warum also habe ich den Kuchen in der Toilettenschüssel verschwinden lassen? Keine Ahnung. Vielleicht wollte ich nur mal testen, ob es noch geht.
Wäre ja schon ein großer Verlust, wenn man verlernt wie man selbstinduziert kotzt -.-
Vielleicht ist es wie bei Alkoholikern oder Drogenabhängigen. Sicherlich gibt es nicht umsonst Studien, die zeigen,dass die Abläufe im Gehirn bei Bulimikern und Alkoholikern recht ähnlich sind.
Vielleicht reicht ein Rückfall aus, damit die Spirale wieder abwärts geht. Bei mir hat es jedenfalls gereicht. Nach dem Kuchen-Happening war wieder Ruhe. Vorerst. Bis zum Herbst, als ein zweiter Rückfall folgte und ein Dritter und dann kam Weihnachten und ich war kekstütentief zurück in der Essstörung.
Jetzt bin ich mit 21 wieder an dem Punkt, an dem ich mit 15 war. Spätestens, als meine Fingerknöchel wieder anfingen aufzureißen, wusste ich, dass nichts besser geworden war. Das mag pessimistisch klingen, ist aber schlicht und ergreifend die Wahrheit.
Mit 15 dachte ich, dass es eine Phase ist, die vorbeigehen wird.
Sechs Jahr später weiß ich, dass das naiv war.
Ich habe keine Lust mehr auf weitere Wiedervereinigungsfeiern, doch ich kann auch nicht mehr kämpfen. Gerade zumindest nicht.
Aber vielleicht ist es manchmal okay einfach eine Weile liegen zu bleiben.
Und zu warten.
Bis der Sturm sich legt.
Oder die Spirale weiter abwärts geht.
Es war ein lächerliches Stück Schokoladenkuchen und ich hatte nicht mal besonders großen Appetit darauf. Ich habe mich hinterher nicht wirklich schlecht gefühlt und hatte kein Bedürfnis weiterzuessen. Warum also habe ich den Kuchen in der Toilettenschüssel verschwinden lassen? Keine Ahnung. Vielleicht wollte ich nur mal testen, ob es noch geht.
Wäre ja schon ein großer Verlust, wenn man verlernt wie man selbstinduziert kotzt -.-
Vielleicht ist es wie bei Alkoholikern oder Drogenabhängigen. Sicherlich gibt es nicht umsonst Studien, die zeigen,dass die Abläufe im Gehirn bei Bulimikern und Alkoholikern recht ähnlich sind.
Vielleicht reicht ein Rückfall aus, damit die Spirale wieder abwärts geht. Bei mir hat es jedenfalls gereicht. Nach dem Kuchen-Happening war wieder Ruhe. Vorerst. Bis zum Herbst, als ein zweiter Rückfall folgte und ein Dritter und dann kam Weihnachten und ich war kekstütentief zurück in der Essstörung.
Jetzt bin ich mit 21 wieder an dem Punkt, an dem ich mit 15 war. Spätestens, als meine Fingerknöchel wieder anfingen aufzureißen, wusste ich, dass nichts besser geworden war. Das mag pessimistisch klingen, ist aber schlicht und ergreifend die Wahrheit.
Mit 15 dachte ich, dass es eine Phase ist, die vorbeigehen wird.
Sechs Jahr später weiß ich, dass das naiv war.
Ich habe keine Lust mehr auf weitere Wiedervereinigungsfeiern, doch ich kann auch nicht mehr kämpfen. Gerade zumindest nicht.
Aber vielleicht ist es manchmal okay einfach eine Weile liegen zu bleiben.
Und zu warten.
Bis der Sturm sich legt.
Oder die Spirale weiter abwärts geht.
Sonntag, 7. August 2016
#51 Nebensachen
Manchmal stehe ich einfach nur daneben.
Neben Anderen, neben mir, neben dem Leben.
Ich stehe daneben und schaue zu, weil ich manchmal den Schlüssel nicht finde, um mich aus dem Gefängnis zu befreien, in das ich mich selbst immer wieder einsperre.
Ich schaue zu, wenn die Anderen am Wasser sitzen und Bier trinken. Oder Saft oder Cocktails. Ich kann nicht mittrinken, weil ich Getränkekalorien nicht ertrage.
Ich stehe mitten auf dem Volleyballfeld und kann mich nicht auf das Spiel konzentrieren, weil die Beine meiner Mitspielerinnen so viel dünner sind als meine. Ich bin zu beschäftigt damit mich fett und hässlich zu fühlen, als dass ich mich um das Geschehen außerhalb meines Kopfes kümmern könnte.
Ich sitze mitten unter all den Anderen, aber ich habe keine Lust zu reden, weil reden nichts bringt, weil ich zu müde bin für all die Oberflächen-Konversationen.
Ich habe keine Lust zu fragen, nach Dingen, die mich eigentlich gar nicht interessieren.
Ich könnte sagen, dass ich eigentlich gar nicht da bin und ob das jemand gemerkt hat. Aber wahrscheinlich würde mir niemand glauben. Wahrscheinlich würden sie mich für verrückt halten.
Ich wünsche mir so sehr, dass ich eines Tages wieder unbeschwert sein kann. Dass ich lachen und reden und essen und trinken und unter Menschen sein kann, ohne mich die ganze Zeit unterschwellig selbst zu hassen. Ohne zu zählen, zu vergleichen, zu verzweifeln.
Ich will einfach dabei sein können.
Neben Anderen, neben mir, neben dem Leben.
Ich stehe daneben und schaue zu, weil ich manchmal den Schlüssel nicht finde, um mich aus dem Gefängnis zu befreien, in das ich mich selbst immer wieder einsperre.
Ich schaue zu, wenn die Anderen am Wasser sitzen und Bier trinken. Oder Saft oder Cocktails. Ich kann nicht mittrinken, weil ich Getränkekalorien nicht ertrage.
Ich stehe mitten auf dem Volleyballfeld und kann mich nicht auf das Spiel konzentrieren, weil die Beine meiner Mitspielerinnen so viel dünner sind als meine. Ich bin zu beschäftigt damit mich fett und hässlich zu fühlen, als dass ich mich um das Geschehen außerhalb meines Kopfes kümmern könnte.
Ich sitze mitten unter all den Anderen, aber ich habe keine Lust zu reden, weil reden nichts bringt, weil ich zu müde bin für all die Oberflächen-Konversationen.
Ich habe keine Lust zu fragen, nach Dingen, die mich eigentlich gar nicht interessieren.
Ich könnte sagen, dass ich eigentlich gar nicht da bin und ob das jemand gemerkt hat. Aber wahrscheinlich würde mir niemand glauben. Wahrscheinlich würden sie mich für verrückt halten.
Ich wünsche mir so sehr, dass ich eines Tages wieder unbeschwert sein kann. Dass ich lachen und reden und essen und trinken und unter Menschen sein kann, ohne mich die ganze Zeit unterschwellig selbst zu hassen. Ohne zu zählen, zu vergleichen, zu verzweifeln.
Ich will einfach dabei sein können.
Samstag, 6. August 2016
#50 Wie läuft es eigentlich mit meiner Keto-Ernährung?
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen mal einen Whole Day of Eating im Keto-Style zu machen, aber irgendwie kriege ich es einfach nicht auf die Reihe mal einen Tag durchweg ans Fotografieren zu denken :-/
Deshalb gibt's heute nur ein normales Ernährungs-Update von mir und ein paar Keto-Foodbilder.
Um es gleich mal vorweg zu nehmen: natürlich lief es wie immer, wenn ich eine neue Ernährungsform ausprobiere. Eigentlich war es absehbar, dass nach der anfänglichen Hochphase ein kompletter Kohlenhydrat-Verzicht über kurz oder lang zu Kohlenhydrat-Heißhunger führt - Überraschung. In Kombination mit ein bisschen viel Arbeits-und Prüfungsstress hatte ich dann also erstmal wieder eine heftige Rückfallphase
Jedenfalls habe ich mich dann entschieden die Keto-Sache etwas aufzuweichen, aber dennoch nicht aufzugeben. Heißt konkret, dass ich jetzt mit den Kohlenhydraten nicht mehr gaanz so streng bin, beispielsweise bei Gemüse. Und ich esse außerdem eine kohlenhydratreiche Mahlzeit am Tag, meistens Mittags, denn damit komme ich bisher besser zurecht als mit reinen Carb-Days. Ansonsten gestalte ich meine Mahlzeiten und Snacks weiterhin recht keto-orientiert, auch wenn ich nicht mehr auf jedes Zehntel Gramm Kohlenhydrate schaue.
Neben den Carb-Cravings war ein weiterer unschöner Nebeneffekt, dass ich durch den KH-Mangel beim Krafttraining weniger Fortschritte gemacht habe. Das hat mich auch ziemlich genervt und an meiner Motivation diese Ernährung durchzuziehen genagt.
Ein positiver Effekt war allerdings, dass mein Hautbild deutlich besser geworden ist.
Mal sehen, wie ich jetzt mit der abgeschwächten Variante klarkomme. Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn ihr mögt :-)
Hier nun noch ein paar von meinen Keto-Mahlzeiten:
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| Brokkoli mit Schinkenwürfeln und Kräuterquark // ~300cal |
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| Paprika mit Stremel-Lachs und Mozzarella überbacken // ~450cal |
![]() |
Mein Nacht-Snack: Gemüse, Kräuterquark, Senf, Würstchen // ~200cal |
![]() |
| Neuer Proteinriegel, angeblich mit weniger als 1g Net Carbs // 184cal |
Dienstag, 2. August 2016
#49 Lebensangst
Ich frage mich, ob ich jemals in meinem Leben an einen Punkt komme, an dem ich normal sein werde. Oder ob ich nicht von Jahr zu Jahr kaputter und gestörter werde.
Manchmal habe ich Angst ein hoffnungsloser Fall zu sein. Ich habe Angst für immer in meinen eigenen Schwarz-Weiß-Mustern gefangen zu bleiben. Ich habe Angst niemals diese unendlich endlose Leere loszuwerden.
Meine Ernährungsberaterin hat mich heute gefragt, wie sie mir denn noch helfen kann. Aber ich hatte keine Antwort, denn ich weiß es selbst nicht. Ich weiß absolut nicht, was mir helfen könnte. Und ich habe manchmal schon gar keine Lust mehr darüber nachzudenken, weil ich es Leid bin Hoffnung zu schöpfen und am Ende doch wieder zu fallen.
Jedenfalls war das heute vorerst mein letzter Ernährungsberatungs-Termin, ich soll mich melden, wenn ich eine Idee habe, wie sie mich unterstützen kann. Da ich weiß, dass mein Ideenreportoire so ziemlich am Ende ist, wars das wohl also erstmal.
Seit ich mich vor knapp zwei Stunden von der Ernährungsberaterin verabschiedet habe, bin ich durchweg am Heulen. Es fühlt sich mal wieder an wie das vertraute Gefühl des Bodens, der einem unter den Füßen weggezogen wird. Denn die Termine dort haben mir, im Gegensatz zur Therapie, doch zumindest ein wenig Halt gegeben. Nun bin ich also genauso haltlos wie zuvor und vielleicht lerne ich ja auch irgendwann in den nächsten 30 Jahren mal, dass man sich nur festhalten sollte, wenn man weiß, dass man auch loslassen kann.
Manchmal habe ich Angst ein hoffnungsloser Fall zu sein. Ich habe Angst für immer in meinen eigenen Schwarz-Weiß-Mustern gefangen zu bleiben. Ich habe Angst niemals diese unendlich endlose Leere loszuwerden.
Meine Ernährungsberaterin hat mich heute gefragt, wie sie mir denn noch helfen kann. Aber ich hatte keine Antwort, denn ich weiß es selbst nicht. Ich weiß absolut nicht, was mir helfen könnte. Und ich habe manchmal schon gar keine Lust mehr darüber nachzudenken, weil ich es Leid bin Hoffnung zu schöpfen und am Ende doch wieder zu fallen.
Jedenfalls war das heute vorerst mein letzter Ernährungsberatungs-Termin, ich soll mich melden, wenn ich eine Idee habe, wie sie mich unterstützen kann. Da ich weiß, dass mein Ideenreportoire so ziemlich am Ende ist, wars das wohl also erstmal.
Seit ich mich vor knapp zwei Stunden von der Ernährungsberaterin verabschiedet habe, bin ich durchweg am Heulen. Es fühlt sich mal wieder an wie das vertraute Gefühl des Bodens, der einem unter den Füßen weggezogen wird. Denn die Termine dort haben mir, im Gegensatz zur Therapie, doch zumindest ein wenig Halt gegeben. Nun bin ich also genauso haltlos wie zuvor und vielleicht lerne ich ja auch irgendwann in den nächsten 30 Jahren mal, dass man sich nur festhalten sollte, wenn man weiß, dass man auch loslassen kann.
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