Mittwoch, 20. Juli 2016

#46 Off to Berlin again + kurzes Rundum-Update

Ihr Lieben, momentan komme ich leider kaum zum Schreiben und auch für Kommentar-Antworten brauche ich mitunter ziemlich lange, was mir echt Leid tut. Denn ich freue mich immer so sehr über all eure lieben Worte, die ihr auf meinem Blog hinterlasst und es soll nicht so wirken, als ob ich das nicht wertschätze oder es mir egal ist, wenn ich spät/knapp/wirrschreibend antworte. Letzteres liegt nicht am Zeitmangel, sondern eher an meinem durchgehenden Gedankenchaos, aber was soll's. ;-)
So, das wollte ich nur mal loswerden!

Aktuell erschlägt mich jedenfalls ein wenig die Kombination aus Prüfungsstress das ist schon fast peinlich, denn ich schreibe nur zwei Prüfungen , haufenweise Kursvertretungen und Vertretungsschichten, weil alle außer mir im Sommer Urlaub machen ein Hoch auf mein Selbstmitleid, und dann habe ich jetzt am Wochenende noch meine praktische Fitnesstrainer-Prüfung.

Morgen geht's für mich dafür also schon wieder nach Berlin und ich habe jetzt schon keine Lust auf die lange Autofahrt und weil es mir vor dem vielen Sitzen graut, überlege ich ernsthaft, ob ich nicht vielleicht morgen früh zeitig noch trainieren gehe. Obwohl ich Morgensport hasse, die letzten Tage ungefähr nur in Bewegung verbracht habe und mein Körper eine Pause gut gebrauchen könnte. Sowas nennt man dann wohl Suchtverhalten.

Am Montag war ich bei meiner Ernährungsberaterin und ich war ehrlich gesagt überrascht, dass sie meine Keto-Idee gar nicht so übel fand. Mit der Ernährungsform komme ich nun, in Woche 2, immernoch sehr gut zurecht, einen kleinen Tiefpunkt mit Rückfall gab es nur nach dem Carb-Day am Sonntag. Obwohl ich nicht krass gecheatet habe, sondern hauptsächlich gesunde Kohlenhydrate und Nachmittags ein Eis hatte, kam am Tag darauf dann der Rückfall, weil ich sofort wieder in diesem "Ich könnte für immer weiteressen" - Modus war. Schade vorallem, dass dafür die teueren Questbars herhalten mussten.
 Nun werde ich die Carb-Days vorerst sein lassen, es sei denn, ich habe wirklich das Bedürfnis danach. Denn am Sonntag habe ich den Tag nur eingelegt, weil es eben geplant war, nicht weil ich so Lust auf Müsli&Co hatte.

Heute war ich dann bei meiner 'normalen' Therapeutin und wir haben irgendso eine Imaginations-Übung gemacht, mit der man wohl Erlebnisse aus der Vergangenheit nochmal hervorholt und dann bearbeitet, sodass man eine andere Sichtweise bzw. emotionalen Abstand zu einem Ereignis gewinnen kann.
Obwohl meine Grundstimmung im Vorfeld eigentlich echt gut war,  habe ich irgendwann während der Übung richtig heftig losgeheult und gar kein Ende mehr gefunden. Ich hasse es so unendlich sehr vor anderen Menschen zu weinen oder sogar einen Heulanfall zu haben. Ich glaube das wird mir bis zum Ende der Therapie peinlich sein.
Eigentlich ist das überhaupt nicht meine Art und ich kenne das kaum von mir, dass ich derart lange und stark weine. Es hat sich nicht mal befreiend angefühlt, nur nach Verzweiflung und niemalsverschwindender Haltlosigkeit. Danach war ich den ganzen Tag total geschafft und hätte, wäre ich nicht arbeiten gewesen, einfach weiterheulen können. 
Inzwischen ist die Heulstimmung vorbei und ich fühle mich einfach nur kraftlos. Körperlich und psychisch.

Sorry, das war jetzt mehr Gejammer als beabsichtigt. Aber wer weiß, ob ich in Berlin Internet, und somit die Möglichkeit habe, meinen Kopfmüll mit euch zu teilen. Deshalb lege ich lieber schon mal vor ;-)

Samstag, 16. Juli 2016

#45 Keto-Experience

Zeit für ein Zwischenfazit nach Tag 5 meines Keto-Selbstversuchs!
Anfangs war ich sehr skeptisch und eigentlich relativ unzuversichtlich, dass es hinsichtlich der Essstörung etwas bewirken würde, wenn ich meine Ernährung mal wieder nach Konzept xy umstelle.
ABER: Diesmal bin ich ziemlich begeistert. Das hätte ich eigentlich gar nicht erwartet. Gut, ich denke nach fünf Tagen kann man noch kein wirklich aussagekräftiges Urteil über eine Ernährungsform abgeben, bisher merke ich jedoch echt nur positive Effekte: Ich fühle mich seit Ewigkeiten wirklich und wahrhaftig mal wieder energiegeladen und nicht dauergeschafft, müde, unmotiviert etc.. 
Klar, natürlich kann das auch Kopfsache sein. Ein bisschen Psychoeffekt ist wahrscheinlich immer mit im Spiel. 
Was noch viel faszinierender ist, ist aber Folgendes: Ich habe ungelogen seit Jahren endlich mal wieder das gehabt, was wohl dieses ominöse Sättigungsgefühl sein muss, von dem die normalessende Bevölkerung immer redet. Und dabei war meine Kalorientagesbilanz unverändert bzw. sogar etwas niedriger als sonst, denn Fett macht echt satt! 
Das heißt, ich war jetzt fünf Tage nicht am Hungern und durchgehend satt!  So richtige Fressgelüste hatte ich auch nicht. 
Entweder wieder reine Kopfsache oder an der Sache mit dem Insulinspiegel ist doch was dran.

Gegen Süßhunger habe ich jetzt online Questbars geordert, die sind wohl angeblich keto-genehm. 
Wenn nicht sind sie immerhin unfassbar lecker!! Ist mir dann auch egal ;-)
Kleiner, aber angenehmer Nebeneffekt: durch die entleerten Glykogenspeicher habe ich mal eben 2kg abgenommen.  Auch wenn es mir nicht ums Abnehmen geht bei der Ernährungsumstellung, vor einer Zunahme von dem vielen Fett hatte ich schon Angst. Scheinbar unbegründet :-)
Und abnehmen ist ja doch irgendwie immer toll. Selbst wenn man genau weiß, dass es nur Wasser und Co ist.

Hier jetzt noch ein paar Eindrücke von dem, was es bei mir in den letzten Tagen so gab:

Pancakes aus Sojamehl, Frischkäse & Eiern :)










Mini-Bratwürstchen mit Grana Padano Käse <3




 





 


Salat mit Avocado und Hühnchen













Ansonsten gab es bei mir viele Dinge, die ich seit Jahren nicht gegessen habe, wie Käse in jeglichen Formen oder Salat mit Dönerfleisch.

Morgen werde ich für einen Tag einen Carb-Day einschieben, denn ich habe Angst, dass mich sonst irgendwann der große Fressflash heimsucht, wenn ich Kohlehydrate komplett streiche. Ich habe ein bisschen Angst, dass der Carb Day ausartet, aber ich denke, dass es zur Essanfall-Prophylaxe schon sinnvoll ist in zu machen.

Am Montag sehe ich meine Ernährungsberaterin. Irgendwie glaube ich, dass sie von meiner neuen Idee nicht so viel halten wird. Mal abwarten.

Habt ein schönes restliches Wochenende! <3   

Dienstag, 12. Juli 2016

#44 Ernährungsumstellungsversuch, Klappe die x-te

Und mal wieder bin ich mir selbst in die Falle getappt: Ich freue mich über meinen Fear-Food-Überwindungs-Erfolg, passe kurz nicht auf und schon lande ich wieder im altbekannten Binge-Purge-Modus.
Ja, mit den übriggebliebenen Nudeln lief es ein wenig aus dem Ruder. Und einmal losgelaufen, schaltet sich der "Sowiesoallesegal"-Knopf in meinem Kopf ein und den wieder auszuschalten ist gar nicht so leicht. 
Nach zwei unschönen Rückfall-Tagen bin ich nun heute mal wieder auf dem Trip eine neue Ernährungsform zu testen: Ich werde versuchen mich ketogen zu ernähren. 
Ehrlich gesagt zweifle ich selbst daran, dass ich das a) schaffe und b)das eine gute Idee ist. 
Aber ich denke, dass es vielleicht helfen könnte den Insulinspiegel konstant zu halten, indem ich die Kohlenhydrate stark reduziere, stattdessen viel Eiweiß und ja, auch viel gesundes Fett esse.  Konstanter Insulinspiegel = weniger Heißhunger = Senkung des Binge-Purge-Risikos. Hoffe ich.
Außerdem versuche ich mich am Meal Timing, indem ich aller 4 Stunden etwas esse. Soll ebenfalls den Insulinspiegel positiv beeinflussen.
Heute Vormittag war ich einkaufen und habe mich entsprechend mit Eiern, Hühnchenfleisch,Avocados,Sonnenblumenkernen und Schafskäse eingedeckt.  
Nüsse waren mir zu heikel, zu hohe Bingegefahr. 
Ich bin ehrlich gesagt gespannt, ob und wie lange ich meine Keto-Motivation aufrecht erhalte. Denn ich habe gefühlt schon unzählige Ernährungsformen  ausprobiert und so wirklich weitergebracht hat es mich nicht, da ich immer das Gefühl hatte verzichten zu müssen. Und verzichten triggert Heißhunger. Auch wenn der Insulinspiegel noch so toll ist.
Warum probiere ich es, obwohl ich jetzt schon zweifle? Ehrlich gesagt, weil ich gerade keine bessere Idee habe. Und irgendwie hoffe ich immernoch, dass ich irgendwann mal einen Weg finde, auf dem ich Frieden mit dem Essen schließen kann. Wer weiß, vielleicht ist das ja der Weg? Einen Versuch ist es wert, oder?
Und, was auch noch echt verlockend klingt: angeblich kann man, wenn der Körper einmal im ketogenen Stoffwechsel ist, das Kalorien zählen sein lassen und echt viel essen ohne zuzunehmen. 
Gut, darauf will ich mich nicht verlassen, deshalb werde ich weiterhin meine Kalos tracken.

Mich würde total interessieren, ob jemand von euch Erfahrungen mit ketogener Ernährung hat? Oder irgendeiner anderen Ernährungsform?

Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden wie/ob das bei mir klappt!

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Die Fear-Food-Listen kommen übrigens zeitnah, nur das Thema war gerade wichtiger! ;-) 

Freitag, 8. Juli 2016

#43 Fear-Food

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass wohl so gut wie jede(r) Essgestörte irgendwelche Fear-Foods hat. 
Bei mir stehen Nudeln ziemlich weit oben auf der Liste. Nicht so weit oben wie Süßkram 
aller Art oder Pizza, aber relativ direkt danach.
Mit anderen Lebensmitteln wie Couscous, was ja auch aus Hartweißzengrieß besteht, habe ich seltsamerweise weniger Probleme. Ich bin komisch.
Nicht nur, dass ich mich, wenn ich doch mal Nudeln esse, immer schlecht fühle im Nachhinein; sie haben bei mir auch ein extrem hohes Binge-Gefahrenpotential.

Gestern war ich jedenfalls einkaufen und dachte mir, in so einem Anfall von Recovery-Positivismus, dass ich es einfach mal wieder probiere. Probieren muss. Denn ich hab die hier entdeckt und musste sie unbedingt mitnehmen:

 Ich liebe ja Ziegenkäse ohne Ende! Auch wenn ich den ebenfalls nie esse, da er genauso auf der Fear-Food-Liste steht. Immerhin ohne Bingegefahrenstufe.
Jedenfalls ist die Kombination aus Nudeln und Ziegenkäse eigentlich nichts, was für meinen Kopf leicht verdaulich ist. 
Ich wollte es trotzdem unbedingt probieren und habe es heute tatsächlich geschafft nur die halbe Packung zu essen :-) 
Hätte ich mich nicht bremsen können und die ganze Packung auf einmal vernichtet, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit direkt noch Pizza + Ben&Jerrys bestellt.

Leider waren die Ziegenkäse-Nudeln gar nicht so ein übermäßiges Geschmackserlebnis wie erwartet, aber die hauptsache ist ja, dass ich mich an ein Fear-Food herangetraut habe, ohne direkt hinterherzubingen.

Letztens habe ich meine "Erlaubt" und "Verboten" - Listen aus früheren Essstörungszeiten wiedergefunden. Interessiert euch das, soll ich die mal posten? 
Und habt ihr auch so ein Fear-Food-Ranking bzw. teilt ihr Lebensmittel irgendwie anders ein?  

Ihr Lieben, ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende <3