Aufgrund meiner ganzen Keto-Ernährungsumstellung war es ein wenig unter den Tisch gefallen, trotzdem habe ich es natürlich nicht vergessen: Ich wollte euch mal meine Fear-Food-Listen von früher zeigen, aus meiner ersten Essstörungsphase, in der ich noch wesentlich mehr auf dem Hunger-Trip war als jetzt heute.
Ich habe sie jetzt einfach mal abfotografiert, in der Hoffnung, dass es lesbar ist, aber ich fand das 'stilechter', irgendwie. Hätte ich sie abgetippt, hätte ich automatisch Sachen bzw. Formulierungen etc. verändert.
Wie ihr seht, habe ich so ein bisschen in Verboten und Erlaubt geteilt, wobei ich bei verboten scheinbar nochmal unterteilt habe in 'ganz schlimm' und 'geht so'. Diese Unterscheidung war allerdings eher ein ziemlicher Selbstbetrug, denn einige Sachen finden sich in beiden Listen. Und außerdem hätte ich auch von der 'Geht so-Liste' kaum ein Lebensmittel angerührt. Nur die Binge-Gefahr war bei diesen Lebensmitteln ein wenig geringer als bei den ganz schlimmen Nahrungsmitteln.
Und was war erlaubt?
Die Liste ist auf jeden Fall wesentlich kürzer gewesen und enthält größtenteils die typischen Essstörungs-Lebensmittel, wie Magerquark, Gemüse, Naturjoghurt und Co. Nicht wirklich verwunderlich also, dass ich andauernd irgendwelche Cravings hatte.
Wie sieht es heute aus?
Ich würde sagen, dass sich die Fear-Foods wenig verändert haben. Pizza, süßes Müsli, jeglicher Süßkram, vorallem Eis, das alles triggert bei mir immer noch ganz extrem Rückfälle.
Mit den erlaubten Lebensmitteln ist das schon etwas schwieriger einzuschätzen, ich würde behaupten, dass die Liste heute länger ist, allerdings habe ich durch die Keto-Ernährung aktuell wieder eine sehr strikte Erlaubt-und-Verboten-Trennung.
Aktuell esse ich alles, was wenig Kohlenhydrate hat und stattdessen viel Eiweiß und Fett enthält. Davor habe ich eher fettarm gegessen. Meine Erlaubt-Liste wechselt also ständig.
Habt ihr auch solche Listen für euch gemacht oder macht ihr solche Einteilungen eher im Kopf oder vielleicht auch gar nicht? Heute schreibe ich auch nicht mehr auf, aber teile gedanklich ein.
Ich wünsche euch einen schönen Tag! :-)
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Dienstag, 26. Juli 2016
Mittwoch, 20. Juli 2016
#46 Off to Berlin again + kurzes Rundum-Update
Ihr Lieben, momentan komme ich leider kaum zum Schreiben und auch für Kommentar-Antworten brauche ich mitunter ziemlich lange, was mir echt Leid tut. Denn ich freue mich immer so sehr über all eure lieben Worte, die ihr auf meinem Blog hinterlasst und es soll nicht so wirken, als ob ich das nicht wertschätze oder es mir egal ist, wenn ich spät/knapp/wirrschreibend antworte. Letzteres liegt nicht am Zeitmangel, sondern eher an meinem durchgehenden Gedankenchaos, aber was soll's. ;-)
So, das wollte ich nur mal loswerden!
Aktuell erschlägt mich jedenfalls ein wenig die Kombination aus Prüfungsstressdas ist schon fast peinlich, denn ich schreibe nur zwei Prüfungen , haufenweise Kursvertretungen und Vertretungsschichten, weil alle außer mir im Sommer Urlaub machen ein Hoch auf mein Selbstmitleid, und dann habe ich jetzt am Wochenende noch meine praktische Fitnesstrainer-Prüfung.
Morgen geht's für mich dafür also schon wieder nach Berlin und ich habe jetzt schon keine Lust auf die lange Autofahrt und weil es mir vor dem vielen Sitzen graut, überlege ich ernsthaft, ob ich nicht vielleicht morgen früh zeitig noch trainieren gehe. Obwohl ich Morgensport hasse, die letzten Tage ungefähr nur in Bewegung verbracht habe und mein Körper eine Pause gut gebrauchen könnte. Sowas nennt man dann wohl Suchtverhalten.
Am Montag war ich bei meiner Ernährungsberaterin und ich war ehrlich gesagt überrascht, dass sie meine Keto-Idee gar nicht so übel fand. Mit der Ernährungsform komme ich nun, in Woche 2, immernoch sehr gut zurecht, einen kleinen Tiefpunkt mit Rückfall gab es nur nach dem Carb-Day am Sonntag. Obwohl ich nicht krass gecheatet habe, sondern hauptsächlich gesunde Kohlenhydrate und Nachmittags ein Eis hatte, kam am Tag darauf dann der Rückfall, weil ich sofort wieder in diesem "Ich könnte für immer weiteressen" - Modus war. Schade vorallem, dass dafür die teueren Questbars herhalten mussten.
Nun werde ich die Carb-Days vorerst sein lassen, es sei denn, ich habe wirklich das Bedürfnis danach. Denn am Sonntag habe ich den Tag nur eingelegt, weil es eben geplant war, nicht weil ich so Lust auf Müsli&Co hatte.
Heute war ich dann bei meiner 'normalen' Therapeutin und wir haben irgendso eine Imaginations-Übung gemacht, mit der man wohl Erlebnisse aus der Vergangenheit nochmal hervorholt und dann bearbeitet, sodass man eine andere Sichtweise bzw. emotionalen Abstand zu einem Ereignis gewinnen kann.
Obwohl meine Grundstimmung im Vorfeld eigentlich echt gut war, habe ich irgendwann während der Übung richtig heftig losgeheult und gar kein Ende mehr gefunden.Ich hasse es so unendlich sehr vor anderen Menschen zu weinen oder sogar einen Heulanfall zu haben. Ich glaube das wird mir bis zum Ende der Therapie peinlich sein.
Eigentlich ist das überhaupt nicht meine Art und ich kenne das kaum von mir, dass ich derart lange und stark weine. Es hat sich nicht mal befreiend angefühlt, nur nach Verzweiflung und niemalsverschwindender Haltlosigkeit. Danach war ich den ganzen Tag total geschafft und hätte, wäre ich nicht arbeiten gewesen, einfach weiterheulen können.
Inzwischen ist die Heulstimmung vorbei und ich fühle mich einfach nur kraftlos. Körperlich und psychisch.
Sorry, das war jetzt mehr Gejammer als beabsichtigt. Aber wer weiß, ob ich in Berlin Internet, und somit die Möglichkeit habe, meinen Kopfmüll mit euch zu teilen. Deshalb lege ich lieber schon mal vor ;-)
So, das wollte ich nur mal loswerden!
Aktuell erschlägt mich jedenfalls ein wenig die Kombination aus Prüfungsstress
Morgen geht's für mich dafür also schon wieder nach Berlin und ich habe jetzt schon keine Lust auf die lange Autofahrt und weil es mir vor dem vielen Sitzen graut, überlege ich ernsthaft, ob ich nicht vielleicht morgen früh zeitig noch trainieren gehe. Obwohl ich Morgensport hasse, die letzten Tage ungefähr nur in Bewegung verbracht habe und mein Körper eine Pause gut gebrauchen könnte. Sowas nennt man dann wohl Suchtverhalten.
Am Montag war ich bei meiner Ernährungsberaterin und ich war ehrlich gesagt überrascht, dass sie meine Keto-Idee gar nicht so übel fand. Mit der Ernährungsform komme ich nun, in Woche 2, immernoch sehr gut zurecht, einen kleinen Tiefpunkt mit Rückfall gab es nur nach dem Carb-Day am Sonntag. Obwohl ich nicht krass gecheatet habe, sondern hauptsächlich gesunde Kohlenhydrate und Nachmittags ein Eis hatte, kam am Tag darauf dann der Rückfall, weil ich sofort wieder in diesem "Ich könnte für immer weiteressen" - Modus war. Schade vorallem, dass dafür die teueren Questbars herhalten mussten.
Nun werde ich die Carb-Days vorerst sein lassen, es sei denn, ich habe wirklich das Bedürfnis danach. Denn am Sonntag habe ich den Tag nur eingelegt, weil es eben geplant war, nicht weil ich so Lust auf Müsli&Co hatte.
Heute war ich dann bei meiner 'normalen' Therapeutin und wir haben irgendso eine Imaginations-Übung gemacht, mit der man wohl Erlebnisse aus der Vergangenheit nochmal hervorholt und dann bearbeitet, sodass man eine andere Sichtweise bzw. emotionalen Abstand zu einem Ereignis gewinnen kann.
Obwohl meine Grundstimmung im Vorfeld eigentlich echt gut war, habe ich irgendwann während der Übung richtig heftig losgeheult und gar kein Ende mehr gefunden.
Eigentlich ist das überhaupt nicht meine Art und ich kenne das kaum von mir, dass ich derart lange und stark weine. Es hat sich nicht mal befreiend angefühlt, nur nach Verzweiflung und niemalsverschwindender Haltlosigkeit. Danach war ich den ganzen Tag total geschafft und hätte, wäre ich nicht arbeiten gewesen, einfach weiterheulen können.
Inzwischen ist die Heulstimmung vorbei und ich fühle mich einfach nur kraftlos. Körperlich und psychisch.
Sorry, das war jetzt mehr Gejammer als beabsichtigt. Aber wer weiß, ob ich in Berlin Internet, und somit die Möglichkeit habe, meinen Kopfmüll mit euch zu teilen. Deshalb lege ich lieber schon mal vor ;-)
Freitag, 8. Juli 2016
#43 Fear-Food
Ich behaupte jetzt einfach mal, dass wohl so gut wie jede(r) Essgestörte irgendwelche Fear-Foods hat.
Bei mir stehen Nudeln ziemlich weit oben auf der Liste. Nicht so weit oben wie Süßkram
aller Art oder Pizza, aber relativ direkt danach.
Mit anderen Lebensmitteln wie Couscous, was ja auch aus Hartweißzengrieß besteht, habe ich seltsamerweise weniger Probleme. Ich bin komisch.
Nicht nur, dass ich mich, wenn ich doch mal Nudeln esse, immer schlecht fühle im Nachhinein; sie haben bei mir auch ein extrem hohes Binge-Gefahrenpotential.
Gestern war ich jedenfalls einkaufen und dachte mir, in so einem Anfall von Recovery-Positivismus, dass ich es einfach mal wieder probiere. Probieren muss. Denn ich hab die hier entdeckt und musste sie unbedingt mitnehmen:
Ich liebe ja Ziegenkäse ohne Ende! Auch wenn ich den ebenfalls nie esse, da er genauso auf der Fear-Food-Liste steht. Immerhin ohne Bingegefahrenstufe.
Jedenfalls ist die Kombination aus Nudeln und Ziegenkäse eigentlich nichts, was für meinen Kopf leicht verdaulich ist.
Ich wollte es trotzdem unbedingt probieren und habe es heute tatsächlich geschafft nur die halbe Packung zu essen :-)
Hätte ich mich nicht bremsen können und die ganze Packung auf einmal vernichtet, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit direkt noch Pizza + Ben&Jerrys bestellt.
Leider waren die Ziegenkäse-Nudeln gar nicht so ein übermäßiges Geschmackserlebnis wie erwartet, aber die hauptsache ist ja, dass ich mich an ein Fear-Food herangetraut habe, ohne direkt hinterherzubingen.
Letztens habe ich meine "Erlaubt" und "Verboten" - Listen aus früheren Essstörungszeiten wiedergefunden. Interessiert euch das, soll ich die mal posten?
Und habt ihr auch so ein Fear-Food-Ranking bzw. teilt ihr Lebensmittel irgendwie anders ein?
Ihr Lieben, ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende <3
Bei mir stehen Nudeln ziemlich weit oben auf der Liste. Nicht so weit oben wie Süßkram
aller Art oder Pizza, aber relativ direkt danach.
Mit anderen Lebensmitteln wie Couscous, was ja auch aus Hartweißzengrieß besteht, habe ich seltsamerweise weniger Probleme. Ich bin komisch.
Nicht nur, dass ich mich, wenn ich doch mal Nudeln esse, immer schlecht fühle im Nachhinein; sie haben bei mir auch ein extrem hohes Binge-Gefahrenpotential.
Gestern war ich jedenfalls einkaufen und dachte mir, in so einem Anfall von Recovery-Positivismus, dass ich es einfach mal wieder probiere. Probieren muss. Denn ich hab die hier entdeckt und musste sie unbedingt mitnehmen:
Ich liebe ja Ziegenkäse ohne Ende! Auch wenn ich den ebenfalls nie esse, da er genauso auf der Fear-Food-Liste steht. Immerhin ohne Bingegefahrenstufe.
Jedenfalls ist die Kombination aus Nudeln und Ziegenkäse eigentlich nichts, was für meinen Kopf leicht verdaulich ist.
Ich wollte es trotzdem unbedingt probieren und habe es heute tatsächlich geschafft nur die halbe Packung zu essen :-)
Hätte ich mich nicht bremsen können und die ganze Packung auf einmal vernichtet, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit direkt noch Pizza + Ben&Jerrys bestellt.
Leider waren die Ziegenkäse-Nudeln gar nicht so ein übermäßiges Geschmackserlebnis wie erwartet, aber die hauptsache ist ja, dass ich mich an ein Fear-Food herangetraut habe, ohne direkt hinterherzubingen.
Letztens habe ich meine "Erlaubt" und "Verboten" - Listen aus früheren Essstörungszeiten wiedergefunden. Interessiert euch das, soll ich die mal posten?
Und habt ihr auch so ein Fear-Food-Ranking bzw. teilt ihr Lebensmittel irgendwie anders ein?
Ihr Lieben, ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende <3
Mittwoch, 6. Juli 2016
#41 Ich hätte es wissen sollen.
"Wir glauben so lange daran, dass die Zeit alle Wunden heilt, bis die Narben innerhalb von Sekunden wieder aufreißen."
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