Dienstag, 27. September 2016

#62 Betäubungsmittel [Tw? Keine Ahnung.]

Als Kind habe ich gefressen und als Jugendliche habe ich gehungert. Und irgendwann habe ich erneut gefressen und erneut gehungert. 
Ich bin so weit und so lange und so oft gerannt, bis mir die Luft zum Denken ausging und ich habe so wenig geschlafen, dass ich gerade so durch den Tag gekommen bin.
Ich habe geraucht und gekifft bis sich die Welt entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht hat.
Ich habe mich betrunken bis ich nicht mehr wusste wer ich bin, wo ich bin und wessen Finger an in meinem Körper kleben.
Ich habe Rasierklingen zweckentfremdet, um atmen zu können.
Weihnachtszeit 2015, Selbstabschreckungsmaterial
[...]
Doch am Ende.
Ende ich doch immer wieder vor dem weißen Porzellangott. Denn dort lassen sich Gefühle immer noch am zuverlässigsten betäuben.







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Demnächst kommt wirklich mal wieder etwas Positiveres. Denn es gibt, trotz aller Rückschläge, auch ein paar kleine Fortschritte, die ich mit euch teilen möchte :-)

 
 

Dienstag, 20. September 2016

#61 Escape Mode: Error

Und wieder was gelernt: es bringt nichts, sich in Berlin vor dem Montagstief verstecken zu wollen. 
Solange es Hotels mit Minibars gibt, gibt es auch eine Chance für das Montagstief.
Und wenn es keine Minibar gibt, sind da immer noch Spätkauf-Shops, Drive-Ins und Tankstellen.

Aber eigentlich weiß ich: es liegt nicht daran, dass immer und überall Binge-Möglichkeiten bestehen, ob nun zuhause, in Berlin oder wo auch immer.

Eigentlich weiß ich, dass das Problem in meinem Kopf liegt.
Ich kann keinen verdammten Snickers-Riegel essen, ohne postwendend über der Toilettenschüssel zu hängen.
Ich kann keine Packung Kekse öffnen, ohne sie restlos zu leeren.
Weil ein Keks schon zu viel und dann sowieso alles egal ist.
 Alles oder nichts.
Ich bin unfähig einen Mittelweg zu finden.
Ich kenne nur verbieten oder vollstopfen, aber ich kenne nicht 'sich mal was gönnen und genießen'.

Solange ich mich diesem Punkt nicht annähere, (und gerade entferne ich mich mal wieder eher) werde ich den Teufelskreis nicht durchbrechen. Punkt.
Das ist kein Pessimismus, sondern eine Tatsache.
Und ich weiß, dass mich restriktives Essen zuverlässig ins nächste Fressgelage leitet. Und dass ich davon nicht abnehme. Im Gegenteil.

Aber ich weiß trotzdem nicht, wie ich anfangen soll. Mit dem Aufhören.
Mein Kopf ist es leid, sich darüber zu zerbrechen.
Und meine Angst, für immer meine Kreise zu drehen, zwischen Supermarkt und Kloschüssel, ist scheinbar immer noch nicht groß genug, um laut genug gegen die Essstörungs-Stimmen anzuschreien.

Es fühlt sich immer so an, als ob irgendwann der große Einbruch kommt, von den Fassaden, die ich so kunstvoll um mich herum aufgebaut habe.
Aber noch ist da Nichts, außer ein paar kleinen Stellen, an denen es ab und an mal brökelt, wenn man genau hinsieht. Aber wer tut das schon?




 

Donnerstag, 15. September 2016

#60 Raus aus dem Alltag!

Morgen geht es für mich endlich wieder nach Berlin! <3
Auch wenn es erneut für eine Weiterbildung und nicht für einen Urlaub ist, freue ich mich total darauf, die ganze Woche schon.
Ich glaube ich erwähnte bereits beim letzten Mal, wie sehr ich die Stadt mag.
Vielleicht sollte ich nach Berlin ziehen, aber es ist naiv zu glauben, dass das meine Probleme löst. Der Alltag holt einen irgendwann überall ein.

Selbst drei Tage 'Einfach-mal-rauskommen' bewirken bei mir oft schon kleine Wunder in Hinblick auf die Grundstimmung. Und, weil ich den Montagstief-Teufelskreis durchbrechen möchte, bleibe ich einfach noch einen Tag länger. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Stimmung nicht kippen wird, wenn mein Montagmorgen einmal nicht mit Seniorensport beginnt. Sondern mit einem Frühstück im Hotel.
Rentner zum Wochenstart morgens um 9 können sich zu einem richtigen Feindbild entwickeln. Meine Stimmung beginnt schon am Sonntagabend zu sinken, wenn ich daran denke. 


Es ist mir unendlich schwer gefallen mir diesen einen freien Tag überhaupt erstmal zu gönnen.  Zeit für mich einzuplanen. 
Zeit, in der ich nichts leiste, kein Geld verdiene, mich nicht weiterbilde, keine Erwartungen erfülle und niemandem einen Gefallen tue. 
Nur mir selbst.

 

Freitag, 9. September 2016

#59 Zimteis

Heute bei Thalia entdeckt und mitgenommen. Kommt an den Kühlschrank.
Meine Therapeutin war heute mit mir Eis essen. 
Als Konfrontationstherapie. 
Eis ist bei mir ganz oben auf der Binge-Purge-Liste, dementsprechend also besonders angstbehaftet.

Es war ungewohnt ruhig in meinem Kopf.
Es war irgendwie okay in der Sonne zu sitzen und Zimteis zu essen und nicht zu wissen wieviele Kalorien das gerade sind.
Es war okay danach nicht in den Supermarkt zu fahren und literweise Ben&Jerrys hinterherzustopfen.
Es war ein bisschen so, wie ich mir genießen vorstelle.
Und vielleicht war es das sogar. Nach all den Jahren bin ich mir nicht mehr so sicher, wie sich das anfühlt.

Aber erstmals glaube ich wieder daran, dass man genießen neu lernen kann.